COPD: Vom Raucherhusten zur lebensbedrohlichen Atemnot

COPD ist die vierthäufigste Todesursache weltweit, in Deutschland leiden etwa sechs Millionen Menschen an der chronischen Lungenerkrankung. Raucher, die unter Husten und Atembeschwerden leiden, sollten sich von einem Arzt untersuchen lassen, rät die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).


Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Ursache der Volkskrankheit ist in den meisten Fällen Zigarettenrauch. Zum anfänglichen Husten kommt im weiteren Verlauf Auswurf hinzu, bis hin zu schwerer Atemnot. COPD ist – mit steigender Tendenz – die vierthäufigste Todesursache weltweit.

Symptome wie Husten und Kurzatmigkeit, die viele Raucher über Monate und Jahre nicht beachten, können schwere Folgen haben. Bleiben sie unbehandelt und rauchen die Betroffene weiter, entwickelt sich in der Lunge eine chronische Entzündung. Diese führt zu einer zunehmenden und bleibenden Verengung der Bronchien und ihrer fein verzweigten Äste. Nach Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt eine Bronchitis vor, wenn ein Patient innerhalb von zwei Jahren für jeweils mindestens drei Monate unter anhaltendem Husten, vermehrter Schleimbildung und Auswurf leidet.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) entwickeln etwa 15 bis 20 Prozent der Patienten mit einer chronischen Bronchitis bei fortgesetztem Rauchen eine COPD. Die meisten COPD-Patienten seien rauchende Männer und Frauen jenseits des fünften Lebensjahrzehnts. Bei einigen Patienten überblähe sich nach und nach die Lunge und sie entwickeln eine rechtsseitige Herzschwäche. Da die Erkrankung fortschreitend verlaufe, litten die Betroffene in ihrem Alltag unter erheblichen Einschränkungen wie schwerer Atemnot und sinkender Leistungsfähigkeit.

Da die COPD eine im Grunde vermeidbare Krankheit sei, sei es wichtig, aufzuklären und Neuerkrankungen vorzubeugen, heißt es. Raucher, die unter Husten und Atembeschwerden litten, sollten sich von ihrem Hausarzt und gegebenenfalls von einem Lungenfacharzt untersuchen lassen, da nach der neuesten internationalen COPD-Leitlinie, die Ende 2011 veröffentlicht wurde, jede bestehende und sich verschlimmernde Luftnotsymptomatik durch eine Lungenfunktionsprüfung abgeklärt werden müsse. Wird eine COPD festgestellt, könne der Lungenfacharzt eine Therapie mit Bronchien erweiternden und entzündungshemmenden Medikamenten einleiten.


(übermittelt am 4. April 2012)




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