Apothekerkammer: In Berlin werden immer häufiger stark wirkende Schmerzmittel verordnet

Stark wirkende Schmerzmittel (Opioide) werden in Berlin für rund 32 Prozent mehr Patienten verordnet als vor fünf Jahren, teilte die Apothekerkammer Berlin mit. Im Jahr 2009 erhielten danach 54.000 Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen starke Schmerzmittel, im Jahr 2005 waren es noch 40.000 Patienten. Das habe das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) durch den Vergleich von Rezeptdaten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ermittelt. Verordnungen an Privatpatienten wurden nicht berücksichtigt. Ursachen starker Schmerzen seien vor allem Krebserkrankungen.

Starke Schmerzmittel fallen unter das Betäubungsmittelrecht, denn wegen ihrer euphorisierenden Wirkung besteht die Gefahr des Missbrauchs. Bei bestimmungsgemäßen Gebrauch sei das Abhängigkeitsrisiko aber sehr gering, so die Apothekerkammer in ihrer Mitteilung. Die Versorgung der Patienten ist gesetzlich genau geregelt und muss von den Apotheken penibel dokumentiert werden. Ärzte müssen starke Schmerzmittel auf besonderen Rezeptformularen verordnen. Das hohe Sicherheitsniveau bei Betäubungsmitteln zeige sich auch daran, dass sie nach einer Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums nicht versendet werden sollten, so die Kammer. Nicht nur die Anzahl der versorgten Patienten nahm in den letzten fünf Jahren zu, sondern auch die Anzahl der abgegebenen Packungen: Die Apotheken in Berlin gaben im Jahr 2005 rund 177.000 Packungen ab, 2009 waren es 260.000 Packungen. Starke Schmerzmittel werden von vielen Patienten dauerhaft benötigt. Im Jahr 2005 erhielten die Patienten durchschnittlich 4,4 Packungen pro Jahr, im Jahr 2009 waren es durchschnittlich 4,9 Packungen. Auch der Anteil der Großpackungen nahm zu von 37 Prozent auf 45 Prozent. Vier von zehn Patienten erhielten von Allgemeinmedizinern, drei von zehn Patienten von Internisten Verordnungen mit starken Schmerzmitteln.


(übermittelt am 28. Dezember 2010)



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