Therapiehund

Er ist verspielt, hat ein sanftes Gemüt und vor allem ein dickes, flauschiges Fell – Therapiehunde sind nicht nur zum Knuddeln, sie helfen Kindern Regeln zu lernen

Therapiehund.jpg
Foto: Thilo Rückeis

Was ist ein Therapiehund?

Von der Abstammung her ist Kingsley (rechts im Bild) ein Bearded Collie. Er ist der einzige Therapeut in der AHG Klinik für Kinder und Jugendliche Beelitz-Heilstätten mit vier Beinen und flauschigem Fell. Das macht ihn zum Star bei den kleinen Patienten. Kingsi, wie ihn die Kids nennen, ist gut erzogen, stubenrein, verspielt und hat ein sanftes Gemüt. Flocke (links) ist nur zu Besuch in der Klinik. Die Hündin wurde im Frühjahr 2011 auf einer Autobahnraststätte gefunden und im Tierheim abgegeben. Von dort holte sie sich die Klinik ins Haus – als Aushilfe für Kingsley.


Wozu braucht man einen Therapiehund?

Die Tiertherapie unterstützt die Kinder bei der Reha. Im Umgang mit Kingsley lernen sie spielerisch, sich auf eine Sache zu konzentrieren und sich auf Spielregeln einzulassen. Außerdem gibt ihnen der Hund die offene Zuwendung, die sie im Alltag oft vermissen. Kinder und Jugendliche mit einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) oder einer zusätzlichen Hyperaktivität (ADHS)(Diagnose und Therapie: ADS und AD(H)S) können sich nur schwer konzentrieren, einige reagieren impulsiv und aggressiv. Deshalb stehen sie oft im Abseits und werden sogar gemobbt. Jungen Patienten mit Adipositas geht es kaum anders, auch sie fühlen sich oft wegen ihres Übergewichts als Ausgeschlossene. Ob hyperaktiv oder träge: Allen gemein ist, dass ihnen im Alltag oft Struktur, Grenzen und Ziele fehlen.


Wie wird werden Hunde in der Therapie eingesetzt?

Kingsley eignet sich nicht nur hervorragend zum Streicheln und Knuddeln. Der Vierbeiner kann noch viel mehr. Doch bis die jungen Rehabilitanden mit dem Therapiehund Kingsley spielen dürfen, müssen sie zunächst einen Hundeführerschein machen: Die Patienten lernen dabei, den Therapiehund zu kommandieren und mit ihm bei Fuß zu laufen. Doch dabei gibt es Regeln, die von den Kindern und Jugendlichen beachtet werden müssen: Es darf immer nur einer die Kommandos geben, und die Übung wird solange durchgeführt, bis Kingsley spurt. Das lohnt sich für beide Seiten: Kingsley bekommt zur Belohnung einen kleinen Leckerbissen und die Kinder haben ein Erfolgserlebnis. Ist der Hundeführerschein absolviert, können sie auch Kunststücke mit ihm üben wie die Schnecke, bei der Kingsley flach über den Boden robbt, oder die Rolle, bei der er sich seitlich über die Wiese wälzt.



Artikelsuche ?

Tagesspiegel GESUND

Tagesspiegel Gesund 08 Tagesspiegel Gesund 09 Tagesspiegel Gesund 10

Fachkompetentes Praxiswissen informativ aufbereitet
Informationen zu Behandlungsmethoden und Gesundheitstrends aus Berlin und Umgebung
Von der Gesundheitsberater-Berlin-Redaktion

Aktuell am Kiosk oder direkt im
Tagesspiegel-Shop

Wir liefern Qualität

Erfahren Sie mehr darüber, wie unsere Texte entstehen, wie die Daten geprüft werden und wie sich das Portal finanziert.
Jetzt informieren.

Sie sind uns wichtig und wir freuen uns über Ihre Meinung zu unserem Portal. Welche Themen andere Leser interessierten lesen sie unter Leser fragen - die Redaktion antwortet