Operationsroboter Da Vinci

Der Operations-Roboter “Da Vinci” soll die Vorteile der offenen Operation mit denen der minimalinvasiven Eingriffe kombinieren.

OP-Roboter_Da_Vinci.jpg
OP-Roboter DaVinci. Foto: Thilo Rückeis

Was ist der OP-Roboter DaVinci?

Die roboterassistierte Prostataentfernung ist ein recht junges Operationsverfahren. Chirurgen erhoffen sich, mit dem OP-Roboter “Da Vinci” die Vorteile der offenen Operation mit denen der minimalinvasiven Eingriffe kombinieren zu können. Wie eine Spinne versenkt das über dem Patienten hängende Gerät seine angewinkelten Arme in dem Bauch des Kranken. Der Operateur steuert den Roboter über zwei Joysticks – aus zwei Metern Entfernung. “Dies ist die Zukunft”, glaubt Steffen Weikert, stellvertretender Klinikdirektor der Urologie der Charité Mitte. Er setzt das Roboterverfahren derzeit vor allem bei der radikalen Prostataentfernung und bei Nierenkrebs-OPs ein.

Wozu braucht man dieses Gerät?

Bei den auch Schlüsselloch-Operationen genannten minimalinvasiven Eingriffen führen Chirurgen über meist nur einen Zentimeter kleine Hautschnitte langstielige Operationsinstrumente in den Körper ein – und ein Kameraobjektiv, damit der Arzt auf dem Bildschirm sieht, was er tut. Diese Methode ist mit wenig Blutverlust, kleineren Narben und einem kürzeren Krankenhausaufenthalt verbunden. Für den Chirurgen bedeutet sie jedoch, sich mit der zweidimensionalen Sicht in das Körperinnere begnügen zu müssen. Komplizierte Operationsschritte mit den schwer zu handhabenden OP-Instrumenten verlangen dem Mediziner viel Erfahrung und Geschick ab. Der computergestützte Roboter erlaube hingegen intuitive Bewegungen. Chirurgen könnten sich so die Operationsmethode schneller aneignen.

Wie wird das Gerät in der Klinik eingesetzt?

Weikert bedient an einer Konsole “zwei Hightech-Joysticks”. So steuert er zeitgleich zwei der drei Arme des Roboters, an deren Spitzen zwei Zangen und eine Stereokamera montiert sind. Unterstützt von einem Computer, der große Handbewegungen des Operateurs in kleine Bewegungen der OP-Instrumente herunterrechnet, kann der Chirurg mit den kleinen Scheren sehr feine Schnitte ausführen. Die Zangen und Scheren kann man um ihre eigene Achse rotieren lassen. Doch Weikert sieht auch Nachteile, etwa in der räumlichen Distanz zum OP-Tisch und seinen assistierenden Kollegen. Bei möglichen Fehlern seiner Assistenten könne er nicht direkt eingreifen. “Deshalb braucht es ein gut eingespieltes Team”, sagt er.




Artikelsuche ?

Routenplaner

Planen Sie Schritt für Schritt, wer Sie medizinisch auf Ihrem Behandlungspfad versorgen soll - von der Vorsorge über die ambulante Behandlung bis hin zur stationären Versorgung und anschließender Rehabilitation. Lassen Sie sich dafür die in der Datenbank enthaltenen Einrichtungen in der Region Berlin-Brandenburg anzeigen, die diese Erkrankung behandeln.

Tagesspiegel GESUND

Tagesspiegel Gesund 08 Tagesspiegel Gesund 09 Tagesspiegel Gesund 10

Fachkompetentes Praxiswissen informativ aufbereitet
Informationen zu Behandlungsmethoden und Gesundheitstrends aus Berlin und Umgebung
Von der Gesundheitsberater-Berlin-Redaktion

Aktuell am Kiosk oder direkt im
Tagesspiegel-Shop

Wir liefern Qualität

Erfahren Sie mehr darüber, wie unsere Texte entstehen, wie die Daten geprüft werden und wie sich das Portal finanziert.
Jetzt informieren.

Sie sind uns wichtig und wir freuen uns über Ihre Meinung zu unserem Portal. Welche Themen andere Leser interessierten lesen sie unter Leser fragen - die Redaktion antwortet