Insulinpumpe

Typ-1-Diabetiker, die nicht ausreichend Insulin bilden, müssen sich dieses Hormon mit einer Spritze unter die Haut injizieren. Eine Alternative sind Insulinpumpen.

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Insulinpumpen. Foto: BVmed Bilderpool

Was ist eine Insulinpumpe?

Typ-1-Diabetiker, die kein oder nicht ausreichend Insulin bilden, müssen sich dieses lebenswichtige Hormon mit einer Spritze unter die Haut injizieren. Eine Alternative dazu sind Insulinpumpen. Diese sind kleine elektronische Geräte, die über einen Plastikschlauch das Insulin in die Unterhaut abgeben. Seit kurzem gibt es auch Modelle, die direkt auf die Haut geklebt werden und das Hormon über eine Plastikkanüle einspritzen. Die Katheter werden entweder am Bauch, Bein oder Po eingeführt und alle zwei bis drei Tage gewechselt. Die Pumpe gibt die einprogrammierte Menge des Insulins als Dauerzufuhr (“Basalrate”) ab. Für sehr kleine Kinder bedeuten die Pumpen eine Erleichterung, da die Blutzuckerwerte in diesem Alter besonders stark schwanken und häufiges Insulinspritzen eine besondere Belastung darstellen.


Wie setzt man das Gerät ein?

Die Pumpe wurde in den 90er Jahren entwickelt und wird seit mehr als zehn Jahren auch bei unter 18-Jährigen verwendet. “Bei entsprechender Schulung und Zuverlässigkeit erhöht die Pumpe die Lebensqualität und Motivation der Patienten und verbessert so die Therapiedurchführung deutlich”, sagt Walter Burger, Leiter des Diabeteszentrums für Kinder und Jugendliche am DRK Klinikum Berlin Westend . Bei Kleinkindern unter sechs Jahren ist diese Therapie inzwischen Standard und zirka 24 Prozent der Jugendlichen bis 21 benutzen sie bereits.


Wie funktioniert das Gerät?

Die Pumpe führt dem Körper über einen dünnen Schlauch und eine Kanüle, die meist im Fettgewebe am Bauch steckt, Insulin in einer programmierten Zeit und Menge zu. Die Menge wird entsprechend den Bedürfnissen des Patienten dosiert, deckt aber nur den Insulinbedarf ab, der unabhängig vom Essen benötigt wird (Basalbedarf). Durch regelmäßige Kontrollen am Tag wird dann die Insulingabe zu den Mahlzeiten berechnet und vom Patienten per Knopfdruck auf die Pumpe abgegeben. Eine Insulinpumpe ist etwa zigarettenschachtelgroß und kann umgeschnallt getragen werden. Supermoderne Modelle sind bereits in der Lage, permanent den Zuckergehalt in der Unterhaut zu messen und vor starkem Abfallen oder Ansteigen des Zuckers zu warnen. Allerdings können selbst diese modernen Geräte die Funktion der Bauchspeicheldrüse noch nicht ersetzen.



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