Greenlight-Laser

Mit dem Greenlight-Laser, einem hochenergetischen grünen Lichtstrahl, verdampfen Urologen wucherndes Prostatagewebe. Besonders Patienten mit Blutgerinnungsstörungen profitieren

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Foto: Promo

Was ist das für ein Gerät?

Seit dem Jahr 2002 nutzen deutsche Urologen neben dem Elektrohobel auch einen Laserstrahl, um krankhaft gewuchertes Prostatagewebe (Prostatavergrößerung) zu verdampfen. Der hochenergetische Lichtstrahl ist grün – und so heißt das Gerät folgerichtig Greenlight-Laser.


Wie funktioniert das Gerät?

Das Wirkprinzip des Lasers ist mit dem der Elektroschlinge vergleichbar: In beiden Fällen wird unter Voll- oder Teilnarkose ein Endoskop durch die Harnröhre bis an die vergrößerte Prostata heran geschoben. Mit den Instrumenten an dessen Spitze kann der Chirurg dann das überschüssige Gewebe, das auf den Harnleiter drückt, beseitigen. Ein Glasfaserkabel überträgt den Lichtstrahl bis in die Instrumentenspitze. Getroffen vom hochenergetischen grünen Strahl verdampft das wuchernde Gewebe fast vollständig. Im Vergleich zum Hobel, bei dem Verletzungen von Nerven und Muskeln drohen, sei der Laser sehr sicher. “Das grüne Licht wird wegen seiner Wellenlänge besonders gut von der Prostata absorbiert und kann deshalb nicht tief in das Gewebe eindringen”, sagt Helmut Knispel, Chefarzt der Urologie am St.- Hedwig-Krankenhaus in Berlin-Mitte. “Dahinter liegende Strukturen sind so gut geschützt.” Der größte Vorteil des gebündelten Lichtstrahls ist jedoch dessen Hitze, denn sie verschließt verletzte Blutgefäße sofort. Größere Blutungen werden dadurch sofort gestoppt.


Wie wird das Gerät eingesetzt?

Deshalb profitieren besonders Patienten mit Blutgerinnungsstörungen von der Methode. “Für diese Patienten bedeutet der Greenlight-Laser einen ganz klaren Vorteil”, sagt Knispel. Männer, die unter einer Prostatavergrößerung leiden, sind meist deutlich älter als 50 Jahre. Und in diesem Alter leiden bereits 35 bis 40 Prozent dieser Patienten unter Blutgerinnungsstörungen und müssen deshalb Medikamente einnehmen. Diese abzusetzen, was bei einer Behandlung mit dem Elektrohobel notwendig ist, würde das Thromboserisiko erhöhen. “Insgesamt ist der Laser für den Herz-Kreislauf schonender”, urteilt der Urologe Knispel. Doch welchen Nutzen hat das Verfahren für einen Patienten im mittleren Alter, ohne Begleiterkrankungen? “Dass für diese Gruppe der Laser einen gravierenden Vorteil gegenüber dem Elektrohobel hat, bezweifle ich”, sagt Helmut Knispel. “Für diese Patienten ist der konventionelle Hobel immer noch der Goldstandard.”



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