Endoskope für minimalinvasive Chirurgie

Endoskope sind langstielige Instrumente, mit denen Operationen ohne größere Schnitte in der Haut durchgeführt werden können.

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Starre Endoskope. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Was ist ein Endoskop für minimalinvasive Chirurgie?

Damit können Operationen ohne größere Schnitte in die Haut durchgeführt werden. Dieses Instrument für den Blick ins Körperinnere ist in dieser sogenannten Minimalinvasiven Chirurgie (MIC) ein Metallstab. Für Magen- und Darmspiegelungen gibt es das Endoskop auch als biegsamen Schlauch. Beim starren System wird das Bild aus dem Inneren des Körpers durch ein Linsensystem an eine Kamera weitergeleitet, die am außerhalb des Körpers liegenden Ende des Endoskops sitzt. Diese überträgt die Bilder auf einen Monitor. Seitlich ist ein Lichtschlauch angebracht, der das Operationsgebiet für die Kamera ausleuchtet. Zur Grundausstattung einer minimalinvasiven Operation gehören zusätzlich sogenannte Trokare, Metallröhrchen unterschiedlichen Durchmessers, durch die alle OP-Instrumente durch kleine Schnitte in den Körper geschoben werden. Die erste minimalinvasive Blinddarmentfernung führte im Jahr 1980 übrigens kein Chirurg, sondern der Kieler Gynäkologe Kurt Semm durch.

Wozu braucht man dieses Gerät?

Bei OPs im Bauchraum spricht man von laparoskopischen Eingriffen. Zu den wichtigsten zählen Blinddarm, Gallenblasen und Darmoperationen, Leistenbrüche und Eingriffe zur Lösung von verwachsenem Gewebe. Aber auch Bandscheibeneingriffe sind mit dieser Methode möglich. Die Vivantes Klinik Spandau über drei laparoskopische Arbeitsplätze. Die Ausrüstung dafür kostet bis zu 85 000 Euro pro Arbeitsplatz.

Wie wird das Gerät in der Klinik eingesetzt?

Beispiel minimalinvasive Gallenblasenentfernung: Zunächst muss der erste Trokar durch die Haut gestochen werden. Durch dieses erste Röhrchen wird die Bauchdecke mit Kohlendioxid aufgebläht, damit Sicht und Platz für die Operationsinstrumente ist. Das Endoskop wird an die Stelle gelenkt, wo die Operation stattfinden soll. Ist sie gefunden, werden bei einer Gallenblasenoperation zwei bis drei weitere Trokare durch die Bauchdecke eingestochen. Durch den einen wird ein dünner Stab von fünf Millimetern Durchmesser mit einer kleinen Zange an der Spitze geschoben. Damit hält der Operateur die Gallenblase fest. Mit dem anderen, an dessen Spitze ein winziger Elektrohaken sitzt, legt er die Gallenblase frei. Der Haken ist ein dünner Draht, der über Pedale unter Strom gesetzt wird. So durchtrennt der Draht das Gewebe und verschließt gleichzeitig die entstehende Wunde durch die Hitzeeinwirkung. Die Wundheilung nach einem minimalinvasiven Eingriff verläuft wegen der kleineren Schnitte wesentlich schneller, als nach einer herkömmlichen offenen Operation.




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