Dekubitusmatratze

Wenn die Beweglichkeit eines Patienten aber stark oder ganz eingeschränkt ist, entstehen Druckgeschwüre. Das sollen Wechseldruckmatratzen verhindern helfen.

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Wechseldruckmatratze. Foto: Mike Wolff

Was ist eine Dekubitusmatratze (Wechseldruckmatratze)?

Sie soll Patienten vor dem Wundliegen bewahren. Jede noch so kleine Bewegung schützt normal bewegliche Menschen, die viel Zeit im Bett verbringen müssen, vor Druckstellen. Wenn die Beweglichkeit eines Patienten aber stark oder ganz eingeschränkt ist, entstehen Druckgeschwüre, Dekubitus genannt. Die Matratze sorgt dafür, dass der Körper nicht zu lange an derselben Stelle aufliegt. Dafür hat sie 20 mit Luft gefüllte Kammern, die an eine Pumpe angeschlossen sind. Durch gleichmäßiges Be- und Entlüften der Kammern wird die Position des Patienten kaum spürbar gegen Druckstellen wirksam verändert.

Wozu braucht man dieses Gerät?

“Wer sich selbst kaum bewegen kann oder bereits mit einem Dekubitus zu uns kommt, wird auf eine Wechseldruckmatratze gelegt”, sagt Petra Kurpik, Pflegedirektorin des St.-Marien-Krankenhauses in Lankwitz. Bei Aufnahme ins Krankenhaus wird zunächst festgestellt, ob ein Dekubitus vorhanden ist, und wenn ja, wie weit er fortgeschritten ist: Im Anfangsstadium ist nur eine Hautrötung zu sehen. Bei Stufe zwei ist die Haut bereits geschädigt, teils offen. Stufe drei zeigt eine Tiefenschädigung von Haut und Gewebe. “Im vierten Grad sind auch Muskeln und Sehnen bis hin zum Knochen angegriffen”, sagt Pflegedirektorin Kurpik. Weil die davon betroffenen Körperregionen nicht belastet werden dürfen, bietet die Wechseldruckmatratze auch dann einen Vorteil, wenn das Geschwür schon vorhanden ist: Durch das Ablassen der Luft aus der darunter befindlichen Matratzenkammer kann fast jede Körperstelle völlig entlastet werden. “Keine noch so gute Matratze ersetzt jedoch die Arbeit von Schwestern und Pflegern”, sagt Kurpik. Die besteht darin, den Patienten in festgelegten Abständen in eine neue Position zu lagern.

Wie wird das Gerät in der Klinik eingesetzt?

Die Fachabteilung für Altersmedizin-geriatrie im St.-Marien-Krankenhaus in Lankwitz verfügt über zehn Wechseldruckmatratzen. Eine kostet etwa 7500 Euro. Durch ihren Einsatz bekommt die Klinik aber nicht mehr Geld von den Krankenkassen. Entschieden werde rein nach medizinischer Notwendigkeit, sagt Kurpik.




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