Hintergrund: Ein selbstauflösender Stent für die Gefäße

Das Herz leistet über die Lebensjahre hinweg eine enorme Arbeit. Doch auch die “Pumpe” kann infolge der Alterung oder einer ungesunden Lebensweise erkranken. Durch Fett- und Kalkablagerungen können die Herzkranzgefäße verengen. Die Folge ist eine verminderte Herzleistung.

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Grafik: Fabian Bartel


Wird ein Herzkranzgefäß durch ein an der Engstelle hängen gebliebenes Blutgerinnsel plötzlich komplett verschlossen, stirbt das Muskelgewebe dahinter ab. Ein Herzinfarkt .

Die Engstellen oder Verschlüsse können mit einem Herzkatheter geöffnet oder mit einem Bypass umgangen werden. Mit einer Gefäßstütze (Stent) kann ein durch Ablagerungen verengtes Herzkranzgefäß dauerhaft geöffnet und so die Blutversorgung des Herzmuskels verbessert werden. Der Stent sitzt anfangs geschlossen an der Spitze eines Katheters, der durch die Hauptschlagader (Aorta) bis an die Engstelle geführt wird. Im Kern befindet sich ein Ballon. Dieser wird aufgeblasen und öffnet so die verengte Stelle. Gleichzeitig entfaltet sich der Stent, der an der Engstelle verbleibt.

Normalerweise besteht die Gefäßstütze aus Metall. Das hat Nachteile: An den so versorgten Gefäßen kann zum Beispiel kein Bypass genäht werden. Außerdem ist hier eine Wiederverengung oder die Bildung von Blutgerinnseln möglich, ein Risiko für einen Herzinfarkt. Deshalb wurden kristalline Stents aus Milchsäure entwickelt, die nach zwei bis drei Jahren in Kohlendioxid und Wasser zerfallen. Nach deren Abbau sind die Blutgefäße wie vor dem Stenteinsatz behandelbar.

Das Herzzentrum wird in einem großen nachempfundenen Modell zeigen, wie ein solches “Gefäßgerüst” aussieht und wie es sich während der Veranstaltung auflöst. Aus dem Katheterlabor übertragen wir live die Implantation eines solchen nicht röntgendichten, also bei Röntgenuntersuchungen nahezu unsichtbaren Gerüstes. Besonders anschaulich wird die Nachuntersuchung mittels hochenergetisches Lichtes (auf Infrarotlicht basierende Technik, die Arterien mit einer Auflösung von 10–20 Mikrometern darstellen kann) sein, mit dem wir das Herzkranzgefäß nach der Implantation “ausleuchten” und die Unterschiede zu einem klassischen Metallstent offensichtlich werden.



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