Brustkrebsvorsorge: Ist Mammografie-Screening sinnvoll?

Allen Frauen zwischen 50 und 69 steht sie alle zwei Jahre zu: Die Röntgen-Spezialuntersuchung der Brust. Doch das Screening ist umstritten.


Ziel des Mammographie-Screenings ist es, möglichst viele kleine Tumore aufzuspüren, die noch nicht tastbar sind. Auffälligkeiten, die sich bei vier bis fünf von hundert Untersuchungen zeigen, werden mit weiteren Röntgenaufnahmen, mittels Ultraschall und schließlich durch Gewebeproben abgeklärt, die unter dem Mikroskop untersucht werden.
Wird Brustkrebs in einem Stadium erkannt, in dem man ihn noch nicht ertasten kann, dann stehen die Chancen für eine Heilung besser als neun zu eins. Das ist das wichtigste Argument für die Röntgen-Früherkennung. Die “Macher” des Programms, das in zahlreichen anderen Ländern Vorbilder hat, haben sich zum Ziel gesetzt, 70 Prozent der Frauen aus der anspruchsberechtigten Altersgruppe zu erreichen.
Doch das Screening ist umstritten. Früherkennungs-Skeptiker wie der Psychologe und Risiko-Forscher Gerd Gigerenzer betonen immer wieder, dass vor allem eine kompetente, informierte Entscheidung wichtig ist – ob sie nun für oder gegen eine Früherkennungsmaßnahme ausfällt. Zum Beispiel sollte jede Frau wissen, dass die Genauigkeit der Untersuchung ihren Preis hat, der in zeitweiliger Beunruhigung besteht: Vier von fünf Frauen, die wegen einer Auffälligkeit noch einmal zur Abklärung eingeladen werden, sind, wie sich dann herausstellt, eigentlich gesund.
Eine von 200 Frauen, die zum Mammographie-Screening gehen, bekommt eine Gewebeprobe entnommen, die sich als gutartig herausstellt. Bei genauso vielen Frauen stellt sich unter dem Mikroskop des Pathologen zwar heraus, dass sie einen bösartigen Tumor haben. Der würde in einigen Fällen allerdings so langsam wachsen, dass er der Frau wahrscheinlich auch ohne Operation, Medikamente und Strahlentherapie nie gefährlich werden würde. Bei der Gruppe der Frauen, die die Gene BRCA 1 und 2 tragen, ist das aber ganz anders.



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