Qualitätsindikator - Schnelle Feststellung des Sauerstoffgehaltes im Blut (Lungenentzündung)

Erklärung:

Der Indikator zeigt an, bei wie vielen Patienten, die wegen einer Lungenentzündung in die Klinik aufgenommen wurden, innerhalb der ersten acht Stunden nach der Aufnahme der Sauerstoffgehalt des Blutes gemessen wurde.

Fragen an das Krankenhaus:

“Wie stellen Sie sicher, dass in möglichst allen Fällen einer Lungenentzündung binnen acht Stunden eine Blutgasanalyse erfolgt? Wird in ihrem Krankenhaus bei mindestens 95 Prozent der Patienten mit Lungenentzündung der Sauerstoffgehalt des Blutes binnen der ersten acht Stunden gemessen?”

Hintergrund:

Die Antwort des Arztes gibt Ihnen einen Hinweis auf die Behandlungsqualität des Krankenhauses. Eine schnelle Diagnose und entsprechende Therapie kann bei schweren Krankheitsverläufen unter Umständen Leben retten. Wird das Blut nur unzureichend mit Sauerstoff angereichert, ist das ein wichtiger Hinweis auf eine schwere Lungenentzündung. Die Analyse des Blutes ist ein einfaches und in jedem Krankenhaus durchführbares Diagnoseinstrument.

Die so genannte Blutgasanalyse ist eine Laboruntersuchung, die Aufschluss über die Verteilung der Atemgase Sauerstoff und Kohlendioxyd gibt. Das Blut dafür wird am Ohrläppchen entnommen. Eine andere Möglichkeit ist die so genannte Pulsoxymetrie. Dabei ermittelt ein kleines Ablesegerät durch die Haut hindurch, zu wie viel Prozent der rote Blutfarbstoff – von den Ärzten auch Hämoglobin genannt – mit Sauerstoff angereichert ist. Üblicherweise ist das ein kleiner Aufstecker auf dem Finger.

Nach Ansicht von Experten der Externen Qualitätssicherung (EQS) liefert eine Untersuchung der Sauerstoffanreicherung des Blutes dem behandelnden Arzt die notwendigen Informationen darüber, wie schwerwiegend die Erkrankung und welche Behandlung erforderlich ist. Die Qualitätsrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss geben vor, dass bei mindestens 95 Prozent der Patienten der Sauerstoffgehalt des Blutes innerhalb der ersten acht Stunden gemessen sein muss. Der bundesweite Durchschnitt lag 2008 mit 89,8 Prozent deutlich unter diesem Mindestwert. Das zeigt, dass trotz der einfachen Methode, manche Krankenhäuser eine auffällig schlechte Behandlungsqualität aufzeigen. Denn trotz der standardisierten Methoden, wurde in diesen Einrichtungen der Schweregrad der Erkrankung von den Ärzten nicht sofort – also binnen der ersten acht Stunden – diagnostiziert und eine entsprechende Behandlung für ihre Patienten eingeleitet.



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