Qualitätsindikator - Durchblutungsstörung im Gehirn (Kombinierte Herzklappen- und Bypassoperation)

Erklärung:

Dieser Indikator benennt den prozentualen Anteil an allen kombinierten Bypass- und Herzklappenoperationen, bei denen der Patient eine Schädigung des Gehirns erleidet. Eine solche Komplikation kann sich auf zwei Arten zeigen: entweder in einem massiven Ausfall eines eng begrenzten Teils des Gehirns oder in einer diffusen Beeinträchtigung verschiedener Regionen. Nach Ansicht der Experten der Externen Qualitätssicherung (EQS) dürfen solche Komplikationen bei maximal einem von 20 Patienten (5,2 Prozent) auftreten, um noch von einer guten Behandlungsqualität sprechen zu können.


Frage an das Krankenhaus:

“Wie stellen Sie sicher, dass Schädigungen des Gehirns infolge von Herzoperationen möglichst selten auftreten?”


Hintergrund:

Sie sollten diese Frage stellen, um zu erfahren, wie das Operationsteam Ihrer Klinik dieses Risiko minimiert. Operationen am Herzen können schwere Durchblutungsstörungen des Gehirns auslösen, die bis zum Schlaganfall reichen.

Die Ursache dafür sind Blutgerinnsel, die als mögliche Folge des Eingriffes vom Herzen ins Gehirn eingeschwemmt werden, und dort Gefäße verstopfen. Dadurch wird das dahinter liegende Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Es stirbt ab oder wird zumindest geschädigt. Die daraus resultierenden Ausfallerscheinungen können mehrere Hirnregionen betreffen und zum Beispiel die Gedächtnisfunktionen, Sinneswahrnehmungen oder die intellektuellen Fähigkeiten beeinträchtigen. Bei den auf einen begrenzten Teil des Gehirns beschränkten Schädigungen sind die Wirkungen oft wesentlich massiver und können bis zum Schlaganfall oder auch Koma führen.

Da solche Folgen eindeutiger zu diagnostizieren sind, sind sie nach Ansicht der BQS auch besser zur Qualitätsmessung geeignet. Der Indikator bezieht sich aus diesem Grund auf solche lokal begrenzten Schäden. Studien haben gezeigt, dass derartige Störungen bei durchschnittlich 3,8 Prozent der Patienten infolge einer Herzoperation auftreten. Sie führen bei jedem fünften Betroffenem zum Tod. Besonders gefährdet sind Personen in einem Alter von über 70- Jahren, Patienten mit verengten Haupt- oder Halsschlagadern, bereits bestehenden Schädigungen des Gehirns, einem Diabetes (mellitus) oder bei Bluthochdruck.




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