Klinikhygiene - Patienten, die sich im Krankenhaus mit MRSA-Keimen infiziert haben

Erklärung:

Auftreten von MRSA-Infektionen, die erst im Krankenhaus übertragen wurden. Die Zeiteinheit pro 1000 Patiententage zeigt an, dass MRSA-Infektionen auch abhängig sind von der Dauer der stationären Behandlung. Je länger der Aufenthalt - zum Beispiel wegen einer schweren Erkrankung - desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Patient in der Klinik mit dem Erreger infiziert. Um die Zahl klarer zu machen: Wenn eine Klinikabteilung 1000 Patienten jeweils 10 Tage lang behandelt, sind das 10.000 Patiententage. Eine Anzahl in der Klinik übertragener MRSA-Fälle von 0,2 bedeutet also, dass zwei Patienten an MRSA erkrankten.

Hintergrund:

Krankheiten, die man sich erst im Krankenhaus holt - also etwa eine Infektion der Operationswunde oder eine Harnwegsinfektion durch einen Katheter - nennen Mediziner nosokomial. Ist das dann noch ein MRSA-Erreger, wird die Bekämpfung noch schwieriger und langwieriger. Deshalb ist die Erfassung dieser Infektionen ein wichtiger Indikator für die Hygienemaßnahmen im Krankenhaus.
Das hier die Zeiteinheit pro 1000 Patiententage gewählt wurde, liegt daran, dass MRSA-Infektionen auch abhängig sind von der Zeitdauer, die ein Patient im Krankenhaus verbringt. Je länger der Aufenthalt - zum Beispiel wegen einer schweren Erkrankung - ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass einen auch noch ein MRSA erwischt. 

Um die Aussage beser einordnen zu können, sollte man zwei Daten zusammen betrachten: Weist eine Klinik eine überdurchschnittlich hohe Quote an neu aufgenommenen Patienten mit MRSA aus und gleichzeitig eine unterdurchschnittliche Quote an Patienten, die sich erst in der Klinik mit dem Keim infizierten, ist das ein Hinweis auf ein gutes internes Management im Umgang mit den Erregern.

Quellen: Die Hygienedaten stammen aus der Erhebung des Krankenhausinfektionen-Surveillance-System (KISS) im Modul MRSA-KISS; Grundlage für alle Hygienedaten ist das Jahr 2011. Die Kliniken haben die Daten freiwillig zur Veröffentlichung übermittelt. 



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