Klinikhygiene - Verbrauch von Händedesinfektionsmitteln auf einer Intensivstation

Erklärung:

Gesamtverbrauch an Desinfektionsmitteln zur Händedesinfektion auf einer Intensivstation des Krankenhauses. Die verbrauchte Gesamtmenge wird heruntergerechnet auf den einzelnen Patienten auf einer Intensivstation pro Tag. Der Zahlenwert in der Tabelle gibt an, wieviele Milliliter Desinfektionsmittel pro Patient und Tag verbraucht wurden.

Hintergrund:

Denn bis zu einem Drittel der Klinikinfektionen wäre durch eine richtige Vorsorge zu vermeiden, sagen Experten. Ein wichtiger Bestandteil dieser Vorsorge ist die Händedesinfektion des Personals. Die KISS-Daten zur Händedesinfektion versuchen, etwas zu messen, was schwer zu messen ist: nämlich, ob die Ärzte und Pflegekräfte sich regelmäßig die Hände desinfizieren, BEVOR sie die Patienten berühren, um so die Übertragung von Keimen von einem Patienten auf den nächsten zu vermeiden. Eigentlich könnte man das nur erfassen, wenn jeder Arzt und jede Pflegekraft ständig überwacht würde, was nicht praktikabel ist. Deshalb greift man auf ein Ersatzparameter zurück: den Gesamtverbrauch an Desinfektionsmitteln, der dann auf die Menge pro Patient und Tag heruntergerechnet wird.
Diese Daten sind manipulationsanfällig, denn natürlich ist es möglich, den Verbrauch künstlich in die Höhe zu treiben, etwa indem man Desinfektionsmittel einfach wegschüttet, ohne es für die Händedesinfektion zu nutzen. Doch dazu müsste bei den Beteiligten schon ein gehöriger Wille zum Betrug vorhanden sein. Wieso sollte man das tun? Ein zu niedriger Verbrauch weist also eher auf eine geringere Quote von Händedesinfektionen hin.

Auf Intensivstationen ist der Verbrauch höher als auf Normalstationen, da hier viele schwer kranke Patienten liegen, die häufig von Pflegekräften berührt werden müssen, bei denen oft Verbände gewechselt werden und besonders keimempfänglich Medizingeräte, wie Harnkatheter, Beatmungsschläuche oder Blutgefäßzugänge, zum Spender für Desinfektionsmittel Einsatz kommen.

Quellen: Die Hygienedaten stammen aus der Erhebung des Krankenhausinfektionen-Surveillance-System (KISS) im Modul HAND-KISS; Grundlage für alle Hygienedaten ist das Jahr 2011. Die Kliniken haben die Daten freiwillig zur Veröffentlichung übermittelt. 



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