Vorhofflimmern

Sehr viele Menschen leiden unter Herzrhythmusstörungen. Allein von Vorhofflimmern, der häufigsten Form, sind in Deutschland rund 800.000 Menschen betroffen.

Das Vorhofflimmern zählt zu den sogenannten Tachykardien, bei denen das Herz zu schnell schlägt und die Pulsfrequenz über 100 Schläge in der Minute beträgt. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein: Das Herz rast, während der Puls sehr schnell oder unregelmäßig ist, es kommt beispielsweise zu Schwindel, Sehstörungen, Brustschmerzen oder Luftnot – oft verbunden mit Angst, weil die Rhythmusstörungen als bedrohlich empfunden werden.

Etwa ein Prozent der Menschen in Deutschland leidet an Vorhofflimmern, die zu gravierenden Folgeschäden führen kann, insbesondere zum Schlaganfall . Medikamente, die eine Gerinnung des Blutes abschwächen, senken das Schlaganfallrisiko, das vom Alter und den Begleiterkrankungen abhängt. Das Risiko beträgt bis zu acht Prozent pro Jahr, das heißt: acht von hundert dieser Patienten erleiden innerhalb eines Jahres einen Schlaganfall. Besonders wichtig ist der Schutz für Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben. Drei neue Gerinnungshemmer haben sich für die Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern als sicher und effektiv erwiesen, teilte die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) im Januar 2013 anlässlich einer neu erschienen Meta-Analyse mit.

20 Prozent aller Schlaganfälle sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen, das sind über 50 000 Schlaganfälle pro Jahr in Deutschland. Beim Vorhofflimmern können sich in einer Herzkammer Blutgerinnsel bilden. Wenn sie sich lösen und über die Halsschlagader ins Gehirn gelangen und dort ein Blutgefäß blockieren, kommt es zu einem Schlaganfall. “Vielen Patienten mit Vorhofflimmern werden deshalb gerinnungshemmende Medikamente verschrieben, auch Antikoagulanzien genannt”, sagt Professor Dr. med. Joachim Röther, Chefarzt der Neurologischen Abteilung an der Asklepios Klinik Altona in Hamburg . “Diese Therapie ist jedoch nicht ohne Risiken”, fügt der Pressesprecher der DSG hinzu. Denn alle bekannten Gerinnungshemmer können Blutungen im Gehirn verursachen, die ebenfalls zu einem Schlaganfall führen. Professor Röther: “Nutzen und Risiko müssen deshalb bei jedem Patienten sorgfältig abgewogen werden. Menschen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, raten wir in der Regel zu einer Behandlung, da sie ein stark erhöhtes Risiko haben, einen erneuten Schlaganfall zu erleiden.”



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