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Schmerzfreie Klinik

Das Zertifikat “Schmerzfreie Klinik” bescheinigt Kliniken, dass ihre Ärzte und Pfleger spürbare Schmerzen nach chirurgischen Eingriffen mithilfe von Medikamenten gezielt behandeln, um so die Beschwerden der Patienten zu lindern.

Um das Zertifikat zu erhalten, müssen sich Krankenhäuser einem Prüfverfahren unterziehen, welches der TÜV-Rheinland durchgeführt. Weil “schmerzfrei” etwas irreführend ist – ganz verhindern lassen sich Schmerzen im Krankenhaus selbstverständlich nicht – nennen die Prüfer es auch “Qualitätsmanagement Akutschmerztherapie”. Seit 2007 gibt es dieses Zertifizierungsverfahren, dem sich Krankenhäuser freiwillig unterziehen können und dementsprechend auch selbst finanzieren müssen. Sie ist nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Die Idee beruht auf der 2006 ins Leben gerufenen Initiative “schmerzfreie Klinik” der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie .

Um dieses Siegel ausgehändigt zu bekommen, müssen Krankenhäuser die medizinische Leitlinie der Deutschen Vereinigung für Interdisziplinäre Schmerztherapie und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin einhalten. Demnach müssen beispielsweise das Pflegepersonal speziell geschult und medizinische Geräte – wie etwa elektronisch betriebene Pumpen für die regelmäßige Abgabe von Medikamentendosen – vorhanden sein, um Schmerztherapien vornehmen zu können. Zudem müssen Schmerzen, sobald ein Patient darüber klagt, schnell und gezielt gelindert werden. Das heißt zum Beispiel ganz praktisch, dass Kranke bei Beschwerden nicht unnötig lange auf den Stationsarzt warten müssen. Um den Behandlungserfolg messen zu können, müssen die Pflegekräfte die Patienten drei Mal täglich zu ihren Schmerzen befragen. Die Intensität wird auf einer so genannten Schmerzskala von eins (“kein Schmerz”) bis zehn (“stärkster vorstellbarer Schmerz”) festgehalten. Anhand dieser Selbsteinschätzung der Patienten bewerten dann Pflegekräfte und Mediziner, ob Schmerzmittel ausreichend verabreicht werden oder nicht.

Das ausgestellte Zertifikat gilt drei Jahre.


Bislang sind 43 der rund 2000 Kliniken in Deutschland nach diesem Prüfverfahren durch den TÜV-Rheinland zertifiziert worden (Stand: April 2011). Dazu gehören fünf Berliner Kliniken:

Martin-Luther Krankenhaus
Krankenhaus Bethel
Sana Klinikum Lichtenberg
St. Gertrauden Krankenhaus
St. Joseph Krankenhaus Tempelhof


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Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 20.01.2012

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