Qualitätsprüfungen im Pflegeheim

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherungen (MDK) ist – neben der Heimaufsicht – zuständig für die Kontrolle der Pflegequalität in stationären heimen wie in ambulanten Pflegediensten. Seit dem 1. Juli 2009 vergibt der MDK für die Pflege-Qualität ein Zeugnis mit Schulnoten.


1. Wie die Schulnoten entstehen

Kriterien: Insgesamt prüfen die Kontrolleure des Medizinischen Dienstes 82 verschiedene Kriterien, wie etwa die Vorsorge gegen Druckgeschwüre, der Umgang mit Ernährungsproblemen, mit freiheitseinschränkenden Maßnahmen oder die Formen der Sterbebegleitung. Diese Kriterien sind in fünf Qualitätsbereiche zusammengefasst: Pflege und medizinische Versorgung (35 Kriterien); Umgang mit demenzkranken Bewohnern (10 Kriterien); Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung (10 Kriterien); Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene (9 Kriterien) und schließlich die Ergebnisse einer Befragung der Bewohner (18 Kriterien). Für jeden Qualitätsbereich gibt es eine Durchschnittsnote aus allen Noten der Einzelkriterien. Die Kriterien-Bewertungen für die ersten vier Bereiche bilden auch die Gesamtdurchschnittsnote des Pflegeheimes – und nicht etwa nur die vier Bereichsnoten. Dadurch hat der Bereich “Pflege und medizinische Versorgung” wegen seiner 35 Kriterien das größte Gewicht in der Gesamtnote. Die Noten der Bewohnerbefragung gehen nicht in die Gesamtnote ein.

Notenarithmetik: Die Einzelnoten werden danach vergeben, wie viel Prozent der vorgegebenen Anforderungen erfüllt waren. Sind davon mehr als 87 Prozent erfüllt, gibt es ein “sehr gut”, bei weniger als 45 Prozent ein “mangelhaft”. Diese von allen Beteiligten (also auch Heimen) definierte Untergrenze finden selbst die MDK-Prüfer eher zu niedrig angesetzt.

Schulnoten: Es gibt fünf Noten, von “sehr gut” (1,0 bis 1,4; “gut” (1,5 bis 2,4); “befriedigend” (2,5 bis 3,4); “ausreichend” (3,5 bis 4,4) und “mangelhaft (4,5 bis 5,0). Diese müssen nach Ablauf einer Einspruchsfrist veröffentlicht werden.


2. Wie die Erfüllungsgrade entstehen

Bis zum 1. Juli 2009 wurden die Heime vom MDK nach einer anderen Systematik geprüft. Diese Zeugnisse bzw. Prüfungsberichte erhielten als Ergebnis den Anteil der jeweils pro Prüfungskomplex erfüllten Qualitätsanforderungen in Prozent. Eine Erfüllung der Qualitätskriterien zu 87% und mehr entspricht einem “sehr gut” nach der Schulnoten-Systematik.

Für die Darstellung dieser Ergebnisse hat die Redaktion von gesundheitsberater-berlin.de fünf Bereiche ausgewählt, die zum einen in etwa den Schulnotenbereichen (siehe oben) ähneln und zum zweiten für die Pflegequalität möglichst herausragende Bedeutung besitzen sollten. Diese MDK-Prüfberichte nach alter Systematik müssen nicht veröffentlicht werden. Die teilnehmenden Pflegeheime haben uns diese Daten freiwillig zur Verfügung gestellt. Die Redaktion hat die Angaben der Heime in den MDK-Berichten auf Richtigkeit geprüft.

Da ab 2011 jede Pflegeeinrichtung mindestens einmal jährlich vom MDK nach der Schulnoten-Systematik geprüft werden muss, werden die alten Erfüllungsgrade nach und nach verschwinden.




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