Phasenmodell der neurologischen Rehabilitation (Reha)

Eine Besonderheit der neurologischen Rehabilitation ist ihre Einteilung in Phasen. Diese erfolgt nicht chronologisch, sondern wird über die Schwere der neurologischen Schädigungen und deren Symptome bestimmt – gemessen am Barthelindex, der die Selbstständigkeit im Alltag misst. Die Phase, in der sich ein Patient befindet, bestimmt somit auch seine Therapie.


Nach der ‚Phase A’ – der akuten Versorgung im Krankenhaus – werden die Patienten in die Phasen B bis E eingeteilt. Doch nicht jede Rehaklinik bietet das volle Therapiespektrum der Phasen B bis E. Gerade die Phase B, in der noch eine intensivmedizinische Betreuung – mit entsprechend hohem technischen und personellen Einsatz – notwendig ist, wird nicht von jeder Klinik angeboten.


Während es in der Phase B darum geht, bettlägerige bewusstlose oder schwer bewusstseinsgestörte Patienten die Kontaktaufnahme zur Umwelt zu ermöglichen und einfachste sensorische, motorische und basale Funktionen zu stimulieren, sind die Ziele der Phase C schon höher gesteckt. Den Betroffenen, die sich zumindest wieder eingeschränkt bewegen können, soll ein möglichst selbstständiger Umgang im alltäglichen Leben ermöglicht werden. Dazu bringen ihnen Ergotherapeuten bei, wie sie sich trotz Behinderungen selbstständig waschen, das Hemd zuknöpfen oder ein Brötchen aufschneiden.


Nach der Frührehabilitation der Phasen B oder C schließt entweder die so genannte Anschlussheilbehandlung (AHB) mit der Phase D, die ambulante Nachsorge (Phase E) oder mit der Phase F die dauerhafte Pflege an. Rehabilitanden der Phase D trainieren für eine selbstständige Lebensführung und bereiten sich auf die Rückkehr in das Berufsleben vor. Nicht jeder von ihnen muss zwangsläufig auch eine Frührehabilitation durchlaufen haben. Patienten mit leichten Mini-Schlaganfällen können oft nach der Akutbehandlung in der Stroke Unit zur Anschlussheilbehandlung wechseln.


Schlaganfallpatienten die in der meist ambulanten Nachsorge der Phase E therapiert werden haben bereits ein großes Stück ihres alten Lebens wiedererlangt, leben oft wieder in den eigenen vier Wänden und sind wenn auch mit Hilfsmitteln wie dem Rollstuhl wieder mobil. Bei ihnen geht es nun darum sie wieder auf Schule und Beruf vorzubereiten.



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