Multiresistente Erreger (MRSA)

Eine wachsende Gefahr in Krankenhäusern geht von den sogenannten multiresistenten Erregern - kurz MRSA-Erreger genannt - aus. Diese Keime sind gegen eine Vielzahl von Antibiotika unempfindlich und deshalb nur schwer zu behandeln. Der gefährlichste darunter ist die multiresistente Unterform des weitverbreiteten Staphylococcus aureus. Laut dem Robert-Koch-Institut waren 1976 gerade mal zwei Prozent der Staphylococcus aureus gegen Antibiotika resistent. Dieser Anteil stieg bis 2005 auf 21 Prozent. 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung tragen den Staphylococcus aureus in sich, ohne krank zu werden. Meist siedeln diese Bakterien in der Nasenhöhle oder im Rachenraum, darunter auch ihre antibiotikaunempfindlichen Unterarten. Treffen diese auf einen durch Krankheit geschwächten Menschen, können sie unterschiedlichen Leiden auslösen: eine Lungenentzündung etwa oder eine Blutvergiftung, sie können die Harnwege befallen oder – und das geschieht am häufigsten – Operationswunden infizieren. Das bedeutet Schmerzen, vor allem aber eine unter Umständen um Tage oder sogar Wochen verzögerte Heilung. Die auch "Superbakterien" genannten Erreger können sogar lebensgefährlich sein. Im Jahr 2008 erlitten 132.000 Menschen in den Kliniken eine MRSA-Infektion.

Vorsorge:

Bis zu einem Drittel der Klinikinfektionen wäre durch Vorsorge zu vermeiden, heißt es im Report "Krank im Krankenhaus". Dazu zählt etwa, dass sich das Personal regelmäßig die Hände desinfiziert, bevor ein Patient berührt wird, und besondere Überwachungsmaßnahmen für Kranke, die MRSA in sich tragen. 800 Menschenleben ließen sich so pro Jahr retten.



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