Langzeitbeatmung (Spezialisierung für Pflegeheime)

Erklärung

Bei einer Langzeitbeatmung werden Schwerkranken, die nicht oder nur schwer selbst atmen, über Mund, Nase oder direkt über die Luftröhre mit Hilfe von Beatmungsgeräten gefilterter Sauerstoff zugeführt. Dabei können Ärzte und Pflegepersonal das Zufuhrvolumen und den Sauerstoffgehalt regulieren. Nicht zwangsläufig sind Menschen in einer Langzeitbeatmung vollständig ans Bett gebunden. Je nach Erkrankung gibt es zwei Beatmungswege: Von außen beatmete Menschen erhalten eine Maske, die auf dem Gesicht aufliegt und leicht abgenommen werden kann. Oftmals werden Langzeitbeatmete aber über eine Öffnung der Luftröhre (Tracheostoma) versorgt. Diesen Zugang legen Ärzte operativ. Nach einem Luftröhrenschnitt (Trachetomie) setzen die Chirurgen einen Plastikschlauch ein (Trachealkanüle), dessen Verbindungsstück von Pflegekräften ausgewechselt werden kann.

Kontrolle der Spezialisierung

Wichtig: Pflegeheime, die sich um Langzeitbeatmete kümmern, müssen den gesetzlichen Vorgaben des Berliner Senates und der Pflegekassen entsprechen (diese werden vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen überprüft). Demnach müssen die Pflegeeinrichtungen über entsprechende Infrastrukturen wie Betten und Beatmungsgeräte sowie speziell ausgebildetes Pflege- und Fachpersonal verfügen, die Routine- und Notfallversorgung sicherstellen – dazu gehören Anästhesisten und Lungenfachärzte, Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten. Eine Pflegestation darf maximal 12 Bewohner beherbergen. Der Personalschlüssel ist auf eine Pflegekraft pro Bewohner festgelegt. 80 Prozent aller Pflegekräfte auf Beatmungs-Stationen müssen eine Fachausbildung vorweisen. Im Nachtdienst müssen die Betroffenen von mindestens zwei Pflegekräften – davon mindestens eine Pflegefachkraft (mit dreijähriger Ausbildung) – versorgt werden.



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