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Endometriose-Zentren

Endometriose-Zentren sind Abteilungen von Krankenhäusern, deren Ärzte und Pflegepersonal sich auf die Diagnose und Behandlung von Endometriose spezialisiert haben. Geprüft und zertifiziert werden die Kliniken von der Stiftung Endometriose-Forschung und von der Endometriose-Vereinigung Deutschland.

Die Experten der Stiftung Endometriose-Forschung unterscheiden drei Stufen in der Therapie. Kliniken, die den gesamten Kriterienkatalog erfüllen, erhalten eine Zertifizierung der Stufe drei. Wichtigstes Kriterium:
Diagnose und Therapie müssen fachübergreifend erfolgen. Das heißt, mindestens folgende Abteilungen müssen mit den Gynäkologen zusammenarbeiten und ebenfalls auf das Krankheitsbild Endometriose spezialisiert sein: Chirurgie, Radiologie und Urologie. Es ist deshalb das wichtigste Kriterium, da Patientinnen unterschiedliche Krankheitsverläufe erleben und daher eine individuell abgestimmte Therapie benötigen. Zudem müssen gynäkologische Fachabteilungen die medizinischen und technischen Voraussetzungen haben, minimalinvasive Operationen vorzunehmen. Dabei werden durch drei millimetergroße Öffnungen langstielige Instrumente in den Bauchraum eingeführt – eine Minikamera und das Operationsbesteck. Chirurgen vermeiden bei diesem Verfahren große Bauchschnitte.

Zusätzlich müssen drei weitere spezialisierte Zentren für Patientinnen am Krankenhaus zugänglich sein: reproduktionsmedizinisches Zentrum, eine Schmerzambulanz und ein Rehabilitationszentrum. Um den Status eines Stufe-drei-Endometriose-Zentrums zu erhalten, müssen die Gynäkologen jährlich mindestens 60 Patientinnen diagnostizieren und behandeln – davon müssen Operateure 30 Mal minimalinvasiv operieren.

Wichtig für die Patientinnen ist nach Ansicht einer Sprecherin der Endometriose-Vereinigung Deutschland vor allem die fachliche Kompetenz der Ärzte und Pflegekräfte. “Die Frauen sollen das Gefühl haben, dass sie ernst genommen werden”, sagt Karis Schneider. Bevor Betroffene in einer Klinik behandelt würden, litten sie oft jahrelang unter starken Schmerzen. Es sei entscheidend für den Behandlungserfolg, wie gut Ärzte und Pflegekräfte individuell auf die Krankheitsverläufe der Patientinnen eingingen – vor allem bei einem Kinderwunsch und in der Schmerztherapie . Und: Spezialisierte Ärzte könnten auch gut abschätzen, wann eine Operation unnötig sei, sagt Karis Schneider.

Zusätzlich zu den genannten Kriterien müssen nach Angaben der Experten die Krankenhäuser in einem Endometriose-Netzwerk organisiert sein und regelmäßig ihre Qualitätsdaten an die Stiftung Endometriose-Forschung übermitteln. Neben regelmäßiger wissenschaftlicher Forschung müssen an den Zentren arbeitende Assistenzärzte fachlich weitergebildet werden.

Alle drei Jahre werden die Zertifikate von der Stiftung Endometriose-Forschung und der Endometriose-Vereinigung Deutschland mithilfe der Qualitätsdatenberichte und einem Expertengremium, das die Zentren anhand eines Fragenkataloges vor Ort überprüft.

Zur Zeit gibt es 28 Endometriose-Zentren in Deutschland. Allein drei Endometriosezentren der Stufe III wurden in Berlin zertifiziert:

Deutsches Endometriosezentrum Berlin
Vivantes Humboldt-Klinikum
Telefon: (030) 130 12 12 61 (Montag bis Freitag 8 bis 16 Uhr 30)

Endometriosezentrum an der Charité
Campus Benjamin Franklin und Campus Mitte
(Sprechstunden Montag und Dienstag 8 bis 15 Uhr)
Telefon: (030) 84454871 (Montag bis Freitag 9 bis 13 Uhr)

Endometriosezentrum Berlin-Süd & West
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Martin-Luther-Krankenhaus
Telefon: (030) 89 55 33 11


Weitere Informationen zum Thema Endometriose finden Sie unter:
Diagnosen & Therapien
Selbsthilfe und Beratung

Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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