Demenzerkrankte (Spezialisierung für Pflegeheime)
Erkrankung
Demenz ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, bei denen sich Denk- und Erinnerungsvermögen kontinuierlich verringert. Gefühle, Motorik und Sprache werden im Verlauf der Erkrankung zunehmend beeinträchtigt. Betroffene verlieren Orientierung und Urteilsvermögen. Allerdings gehen Mediziner davon aus, dass das Bewusstsein nicht beeinträchtigt ist.
Häufige Symptome sind Müdigkeit, Depressionen, Motivationslosigkeit, Reizbarkeit, Gefühlsstörungen (Verlust von Affekt zu engen Angehörigen), Verlust von alltäglichen Fähigkeiten wie Schuhe anziehen oder Brot schmieren.
Alzheimer und Schlaganfall sind die häufigsten Ursachen für Demenz. Auch können Tumore und Infektionen im Gehirn (Creutzfeld-Jakob-Krankheit) zu Demenz führen. Alter, Depressionen, Bluthochdruck und Diabetes mellitus erhöhen das Risiko, an Demenz zu erkranken.
Betroffene sind meist über 65. Etwa eine Million Bundesbürger leben mit Demenz. Experten schätzen, dass sich die Zahl in den nächsten 40 Jahren auf bis zu 2,6 Millionen mehr als verdoppeln wird.
Demenz ist unheilbar. Allerdings können Fachärzte den Krankheitsverlauf mithilfe von Medikamenten verlangsamen. Zusätzlich helfen therapeutische Maßnahmen wie Gedächtnistraining. Vor allem aber kommt es auf die Familie der Betroffenen an, denn ein Dementer ist im fortgeschrittenen Stadium auf ständige Betreuung angewiesen. Ist keine häusliche Pflege möglich, müssen die Betroffenen in ein Pflegeheim eingewiesen werden.
Betreuung im Pflegeheim
An einer Demenz erkrankte Menschen bedürfen einer besonderen, auf ihre Fähigkeiten abgestimmte Betreuung. Diese sind zwar oft noch mobilen, aber erheblich verhaltensauffällig. Von den Pflegeeinrichtungen, die diese betreuen Personen versorgen und dafür einen Zuschlag zu den Heimkosten erheben wollen, fordern der Berliner Senat und die Pflegekassen spezielle Pflege- und Betreuungskonzepte. Festgehalten werden die Voraussetzungen im Rahmenvertrag zur vollstationären Pflege.
Ziel der Pflege und Betreuung ist es, die Bewohner soweit wie möglich zu fordern und dadurch zu stärken, ohne sie dabei zu überfordern oder Verhaltensauffälligkeiten zu provozieren. Konkret soll das Pflegeheim:
- die Biografie der Erkrankten in deren Pflege einbeziehen,
- die Bewohner anhand fester Bezugspersonen pflegen und betreuen,
- kreative Therapieformen wie Mal-, Musik-, Ergo- und Kunsttherapie anbieten,
- die Kommunikation mit den Bewohnern ihren Fähigkeiten entsprechend anpassen,
Angehörige auf Wunsch soweit wie möglich in die Pflege und Betreuung einbeziehen und dies dokumentieren, - täglich Betreuungsangebote zur Tagesgestaltung und -strukturierung bieten.
Daneben werden quantitative und qualitative Forderungen an das Personal gestellt. Während bei Pflegestufe I der Personalschlüssel rechnerisch eine Pflegekraft für gut zweieinhalb Bewohner mit einer Demenz vorsieht. Beträgt ab Pflegestufe III das Verhältnis schon eins zu anderthalb. Zu dem müssen alle an der Pflege beteiligten Mitarbeiter – also auch die Hauswirtschaftskräfte – über Grundkenntnisse im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen verfügen. Die leitende und stellvertretende Pflegefachkraft haben mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in der Betreuung psychiatrisch oder gerontopsychiatrisch Erkrankter.
Eine Wohngruppe sollte nicht mehr als zwölf Bewohner umfassen und über Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer verfügen. Die Räume des Demenz-Pflegebereichs sollten übersichtlich eingerichtet sein, um den Pflegekräften die Aufsicht zu erleichtern. Farbig unterschiedlich gestaltete Etagen oder Wohnbereiche helfen den Bewohnern, sich zu orientieren. Um Unfälle zu vermeiden, sorgt das Pflegeheim für genügend Licht und sichere Möbel. Dem oft ausgeprägten Bewegungsdrang der Erkrankten muss genügend Raum gegeben werden. Gleichzeitig verhindert ein geschützter, das heißt abgetrennter Bereich, dass die dementen Bewohner fortlaufen.
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fp, ml
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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