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Blasenspiegelung

Blasenspiegelungen – sie werden von Ärzten auch Zytoskopien genannt – sind Diagnoseverfahren und Behandlungen in einem. Dabei wird ein langstiliges Spezialinstrument, ein so genanntes Endoskop – in den Harnleiter eingeführt und bis in die Harnblase vorgeschoben. Meist erfolgt diese Prozedur unter einer lokalen Betäubung. Manchmal entscheiden sich die Ärzte auch für eine Vollnarkose – etwa bei Kindern.

Im Gegensatz zu Frauen ist die Harnröhre bei Männern länger und gebogen, der Weg zur Harnblase also schwieriger. Nur wenige Milimeter ist das Instrument im Durchmesser dick, aber bis zu einem halben Meter lang. Die eigentliche Behandlung wird also über einen Monitor gesteuert: Eine Minitaschenlampe an der Spitze spendet Licht, während eine Kamera die notwendige Bilder für die Urologen produziert.

Mithilfe einer Blasenspiegelung können Ärzte die Blasenschleimhaut direkt untersuchen und Gewebeproben nehmen. Auch Blasen- und Harnleitersteine können über Ultraschall zertrümmert werden. Im Frühstadium kann über dieses Verfahren auch der Blasenkrebs entfernt werden. Mithilfe des Endoskops kann in die Blase auch ein Röntgenkontrastmittel eingespritzt werden. Bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen können die Ärzte über eine Spiegelung so genannte Stents oder Schienen einlegen, um einen Verschluss des Harnleiters zu verhindern.

Wichtig: Vor jeder Behandlung wird eine Urinprobe genommen, um Komplikationen auszuschließen. Denn bei Blasenentzündungen und Blutgerinnungsstörungen darf keine Spiegelung vorgenommen werden. Komplikationen entstehen meist durch unsachgemäße Handhabung der Instrumente – so können diese Verletzungen am Harnleiter und in der Blasenschleimhaut hervorrufen. Aber auch nach einer komplikationslosen Behandlung können über mehrere Tage Schmerzen – vor allem beim Wasserlassen – auftreten. Manchmal verursacht diese Untersuchung auch eine kurzzeitige Inkontinenz, das heißt der Harndrang kann dann nicht aufgehalten werden.

Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 16.03.2012

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