Woran erkennt man eine Depression?

Sportmediziner Dr. Thosten Dolla über die Anzeichen und die Behandlung einer Depression.

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Dr. Thorsten Dolla. Foto: Promo

Skirennfahrerin Lindsey Vonn war bekannt für ihr strahlendes Siegerlächeln. Doch es war lange nur Fassade – nun gab die Olympiasiegerin offen zu, dass sie an einer Depression leidet. Was sind Anzeichen für die psychische Erkrankung und wie behandelt man sie? .

“Ich konnte noch nicht einmal mehr weinen”. Mit offenen Worten hatte US-Skistar Lindsey Vonn erstmals über ihre psychische Erkrankung gesprochen, deren Symptome auf eine Depression hindeuten. Ihr strahlendes Siegerlächeln war für sie lange Zeit nur Fassade. Nach einer Diagnose im Jahr 2008 sei die Krankheit mit Medikamenten behandelt worden, heißt es in dem Bericht. “Ich kam nicht mehr aus dem Bett. Ich fühlte mich hoffnungslos, leer, wie ein Zombie”, sagte die Abfahrts-Olympiasiegerin.

Man fühlt sich niedergeschlagen, antriebsarm, müde und kann sich nicht richtig konzentrieren. Die Symptome der Depression sind vielfältig, die Krankheit ist tückisch. Es kommt auch zum Gefühl der Hilflosigkeit und des vermehrtem Grübelns. Ein Berufssportler etwa macht sich Sorgen um seine Zukunft. Bei Misserfolgen treten übersteigerte Schuldgefühle und Versagensängste auf.

Die Depression ist eine psychische Störung und die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung. Sie ist eine Krankheit, bei der die Betroffenen in der Regel unter einer gedrückten Grundstimmung leiden: Sie verlieren die Fähigkeit, Freude zu empfinden, und sind antriebslos. Häufig kommen auch körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit aber auch Schmerzen an unterschiedlichen Körperteilen dazu. Weltweit sind laut der Weltgesundheitsorganisation WHO 120 Millionen Menschen betroffen. In Deutschland leiden zwischen fünf bis acht Prozent der Bevölkerung unter Depressionen.

Bei der Behandlung der Depression werden nicht nur Antidepressiva eingesetzt. Die Psychotherapie mit verhaltenstherapeutischen Verfahren, bei denen die Hilfe zur Selbsthilfe im Mittelpunkt steht, ist empfehlenswert.

Der Sportler soll dabei Lösungsmodelle seiner Probleme erlernen, die ihm im Alltag und im Wettkampf helfen. Studien zeigen, dass im Breitensport regelmäßig durchgeführte Bewegung bei Depression hilft. Besonders die Ausdauersportler erleben diese positive Wirkung des Laufens regelmäßig.

Leider wird der Begriff der Depression im normalen Leben viel zu inflationär benutzt. Die Depression ist eine sehr ernsthafte Erkrankung.

Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 48, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen. (Der Artikel erschien erstmals am 17. Dezember 2012.)



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