Wie gefährlich ist eine Innenbanddehnung?

Herthas Roman Hubnik fällt wegen einer Innenbanddehnung mindestens zwei Wochen aus. Dr. Thorsten Dolla erklärt in seiner aktuellen Kolumne, wie schwerwiegend eine solche Verletzung ist.

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Thorsten Dolla, Foto: promo

Die Innenbandverletzung des Kniegelenkes ist eine der häufigsten Verletzungen beim Fußball. Hervorgerufen wird sie durch eine Verdrehung oder durch eine seitliche Krafteinwirkung von außen auf das Kniegelenk. Bei der Untersuchung zeigt sich ein Druckschmerz über der verletzten Struktur. Dies ist häufig am Ansatz des Innenbandes am Oberschenkel. Weiterhin kommt es zur Bewegungseinschränkung und auch zur Bildung von Flüssigkeit im Kniegelenk. Bei der Prüfung der Stabilität kann unter Stress des Innenbandes der innere Gelenkspalt aufklappbar sein. Dabei zeigen sich unterschiedliche Verletzungsgrade, die auch eine unterschiedliche Therapie zur Folge haben. Eine Kernspintomographie (MRT) sollte nicht nur durchgeführt werden, um das Ausmaß der Innenbandverletzung sicher zu erkennen. Auch Begleitverletzungen, wie eine vordere Kreuzbandruptur, Knorpelverletzungen und Meniskusrupturen müssen ausgeschlossen werden. Bei einer isolierten Verletzung des Innenbandes ist die Therapie in der Regel konservativ. Täglich wird der Patient physiotherapeutisch behandelt. Krafttraining, sowie achsengerechte Bewegungen (Fahrradfahren, Aquatraining) sind möglich. Nach sechs bis acht Wochen ist eine ausreichende Narbenbildung entstanden. Ein zu früher Einsatz des Sportlers hätte ein erhöhtes Risiko einer erneuten Verletzung zur Folge. _Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 50, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Artikel erschien erstmals am 15. Juli 2013)



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