Wie gefährlich ist ein Schädel-Hirn-Trauma?

Kopfverletzungen im Sport treten immer häufiger auf. Nicht nur in Kontaktsportarten, sondern auch im Skispringen wie zuletzt bei Thomas Morgenstern oder beim Skiunfall von Michael Schumacher. In seiner aktuellen Kolumne erklärt Sportmediziner Dr. Dolla, wie gefährlich ein Schädel-Hirn-Trauma ist.

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Dr. Thorsten Dolla. Foto: Promo

Der österreichische Skispringer Thomas Morgenstern hat nach seinem schweren Sturz die Unfallklinik verlassen. Der dreifache Olympiasieger hatte bei seiner fürchterlichen Bruchlandung beim Skiflug-Weltcup am Kulm ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und eine geringe, aber nach Auskunft der Ärzte ernstzunehmende Gehirnblutung erlitten. Wie gefährlich ist ein Schädel-Hirn-Trauma? Immer häufiger treten Kopfverletzungen beim Sport auf. Dabei gilt das nicht nur für Kontaktsportarten wie American Football, Eishockey oder Boxen. Auch beim Skispringen mit nachfolgenden Stürzen wie beim Österreicher Morgenstern oder beim alpinen Skifahren können Verletzungen des Kopfes auftreten. Besonders in den USA wird über die Zunahme von chronischen Hirnkrankheiten im American Football nach der aktiven Sportlerkarriere diskutiert. Auch im Eishockeysport sind ähnliche Tendenzen zu erkennen. Die Regeln im Sport wurden bereits geändert. Das Material zum Schutz des Sportlers (Fahrradhelm, Skihelm, Kletterhelm) wird zunehmend verbessert. Das Gesundheitsbewusstsein auch des Freizeitsportlers, der gern Ski fährt, hat sich gerade auch nach dem tragischen Unfall Michael Schumachers geändert. Immer mehr Skifahrer und auch Fahrradfahrer tragen einen Helm um sich vor einem Schädel-Hirn-Trauma zu schützen. Unter einem Schädel-Hirn-Trauma versteht man eine Verletzung des Schädels mit Hirnbeteiligung. Die Symptome sind vielfältig und können auch erst wesentlich später nach dem Unfall auftreten. Dabei kann es neben Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auch zu Störungen des Gleichgewichts und zu Bewusstseinsstörungen kommen. Der Verletzte kann sich nicht mehr an den Unfall erinnern (Amnesie). Die Frage nach Auftreten und Dauer einer Bewusstlosigkeit ist sehr wichtig. Eine Einweisung in ein Krankenhaus, wenn auch nur zur Beobachtung, wird wegen der Gefahr einer Blutung im Gehirn dringend empfohlen. Neben der ausführlichen und sorgfältigen Untersuchung und Dokumentation werden dann auch apparative Untersuchungen durchgeführt. Grundsätzlich werden beim Schädel-Hirn-Trauma drei Schweregrade (leicht, mittelschwer, schwer) unterschieden. Anschließend wird über die Therapie entschieden. Diese kann von einer sofortigen Entlassung des Patienten bis hin zu einer Operation mit Intensivstation gehen. Das Schädel-Hirn-Trauma ist eine lebensbedrohende Verletzung. Dabei können dauerhafte Schäden auftreten. Eine früh einsetzende Therapie entsprechend dem Schweregrad der Verletzung ist mitentscheidend für den Erfolg. _Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Der Artikel erschien erstmals am 19. Januar 2014.)



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