Wie gefährlich ist ein Rippenbruch?

Ein Rippenbruch ist oft sehr schmerzhaft und zieht normalerweise eine Wettkampfpause für einen Sportler nach sich. Doch es gibt auch Ausnahmen wie im Falle des Radprofis Tyler Hesjedal. Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla erklärt, wie gefährlich eine solche Verletzung ist.

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Thorsten Dolla, Foto: promo

Radprofi Tyler Hesjedal hat sich bei der Tour de France gleich zu Beginn der Rundfahrt die sechste Rippe auf der linken Seite gebrochen, trotzdem fährt der kanadische Giro-Sieger von 2012 weiter im Feld mit und liegt nach der 9. Etappe vom Sonntag auf einem respektablen 41. Platz. Rippenbrüche (Rippenfrakturen) sind wie auch im Falle Hesjedal häufig Folge eines Sturzes auf den Brustkorb (Thorax). Sind mindestens drei aufeinander folgende Rippen einer Seite betroffen, wird von einer Rippenserienfraktur gesprochen. Nach dem Unfallereignis kommt es zu einem plötzlich auftretenden Schmerz über der Frakturgegend. Bei der Untersuchung zeigt sich bei Druck über der Bruchstelle ein starker Schmerz. Ein knirschendes Geräusch (Krepitation) ist dann ein sicheres Zeichen einer Fraktur. Eine Röntgenaufnahme des knöchernen Thorax zeigt den Knochenbruch. Um weitere Verletzungen auszuschließen, wird zusätzlich noch ein Ultraschall des Bauchraumes durchgeführt. Die Behandlung der Rippenfraktur ist in der Regel konservativ. Nach Aufklärung des Patienten werden schmerzhemmende Medikamente verabreicht. Sport ist normalerweise aufgrund der Schmerzen für mehrere Wochen nicht möglich. Der vom Verletzten empfundene Schmerz ist individuell unterschiedlich. Auch abhängig von Lage und Umfang des Knochenbruches können die Schmerzen subjektiv unterschiedlich wahrgenommen werden. Im Leistungssport kann gegebenenfalls auch mit Einnahme von Schmerzmitteln (unter Berücksichtigung der Dopingrichtlinien) Spitzenleistung gebracht werden. Eine medizinische Überwachung der Athleten ist dort gewährleistet. Im allgemeinen heilen Rippenbrüche unkompliziert ab. Trotzdem kann es zu plötzlich einsetzender Atemnot kommen. Eine sofortige Untersuchung ist dann notwendig. Eine Einblutung in der Lunge kann die Ursache sein. Aufgrund der Schmerzen kommt es zu einer verminderten, oberflächlichen Atmung. Eine Lungenentzündung könnte die Folge sein. Bei Breitensportlern muss die notwendige Geduld vorhanden sein, um die Verletzung ausheilen zu lassen. Das kann bis zu vier Wochen dauern. _Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 50, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Artikel erschien erstmals am 7. Juli 2013)



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