Wie behandelt man eine Zehenprellung?

Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla über die Behandlung einer Zehenprellung .

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Dr. Thorsten Dolla. Foto: Promo

Vor zwei Wochen hatte sich Peter Niemeyer im Trainingslager eine Prellung des großen und zweiten Zehs am rechten Fuß zugezogen. Eigentlich nichts Dramatisches. Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla erklärt, warum es nun doch länger dauert. Am Sonntag in Regensburg fiel Peter Niemeyer mit einer Prellung des großen und zweiten Zehs am rechten Fuß aus. Fraglich, ob er in einer Woche im Derby gegen den 1. FC Union einsetzbar ist.

Eine Prellung (Kontusion) ist eher bekannt als eine kleinere Verletzung, die schnell wieder verheilt. Eigentlich bei allen Kontaktsportarten kommt es häufig durch einen Tritt oder Sturz zu einer schmerzhaften Prellung. Durch Verletzungen von kleineren Kapillaren kann es zusätzlich auch zu einem Bluterguss (Hämatom) kommen. Zum Ausschluss einer knöchernen Verletzung wird ein Röntgenbild angefertigt.

Die Erstversorgung der Verletzung besteht in Kühlung mit Eis und Hochlagerung. Die Auswirkungen sind aber recht unterschiedlich. Für einen Fußballer kommt bei einer Zehenprellung erschwerend hinzu, dass nicht nur das Laufen, Sprinten und Drehungen Schmerzen verursachen, sondern diese treten auch beim Schuss auf. Insbesondere, wenn das eigentlich Schussbein betroffen ist.

Bis zur Schmerzfreiheit können trotz intensiver Behandlung mehrere Wochen vergehen. Eine Spritze etwa für den Zeh zur Betäubung (Lokalanästhesie) des Zehen für ein Bundesligaspiel würde den Schmerz für eine Stunde reduzieren. Es ist aber nicht auszuschließen, dass es zu dauerhaften Schädigungen des Gewebes kommt. Die Schmerzen nach Abklingen der Wirkung des Medikamentes würden wieder auftreten.

Eine angemessene Fußballpause zur Reduzierung der Belastung im Vorfuß wird hier längerfristig hilfreicher sein.
_Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 48, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Der Artikel erschien erstmals am 4. Februar 2013.)



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