Was versteht man unter Doping?

Der Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla über Doping im Sport.

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Dr. Thorsten Dolla. Foto: Promo

Der zweiteilige Fernsehauftritt von Lance Armstrong hat kontroverse Diskussionen ausgelöst. Wir sagen noch einmal, was unter Doping im Sport zu verstehen ist.

Doping ist die Anwendung unerlaubter Methoden und die Einnahme von unerlaubten Mitteln, die auf der Dopingliste stehen. Doping ist im Sport verboten, da es unfair und gesundheitsschädigend ist. Blutdoping wird besonders bei Ausdauersportarten durchgeführt. Dabei wird die Hämoglobinkonzentration im Blut künstlich erhöht. Hämoglobin ist der Sauerstoffträger in den roten Blutkörperchen. Der Sportler kann seine Ausdauerleistung deutlich erhöhen.

Der Sportler kann auch durch ein Training in der Höhe versuchen, sein Hämoglobin zu erhöhen. Jedoch nicht alle Sportler reagieren darauf gleichermaßen. Verboten ist die Gabe einer Blutkonserve mit erhöhter Konzentration von roten Blutkörperchen.

Bei einer Eigenblutspende wird dem Sportler nach dem Training in der Höhe bis zu einem Liter Blut abgenommen. Das Blut wird verarbeitet und als Konzentrat von roten Blutkörperchen aufbewahrt. Dann wird dem Sportler sein eigenes Blut kurz vor dem Wettkampf reinfundiert. Dadurch sind mehr rote Blutkörperchen im Körper, das Hämoglobin (in den roten Blutkörperchen) ist erhöht. Die Folge ist, dass der Sportler mehr Sauerstoffträger hat und damit leistungsfähiger ist.

Es gibt auch die Möglichkeit, Fremdblut, das vorher ausreichend getestet wurde (Blutgruppe, Rhesusfaktor), von geeigneten Spendern zu infundieren. Eigenblutdoping ist nicht direkt nachweisbar. Eine übermäßige Erhöhung eines Laborwertes (Hämatokrit) könnte ein Hinweis sein. Dieser erhöhte Laborwert führt dann zu einer Sperre des Sportlers. Ein sicherer Beweis für ein Dopingvergehen ist dies nicht. Es könnte eine genetische Veranlagung vorliegen oder das Ergebnis ist Resultat eines Höhentrainingslagers.
_Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 48, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Der Artikel erschien erstmals am 18. Januar 2013.)



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