Was ist ein Steißbeinbruch?

Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla über den Bruch des Steißbeins.

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Dr. Thorsten Dolla. Foto: Promo

Der mitfavorisierte Luxemburger Andy Schleck kann wegen eines Steißbeinbruchs nicht an der diesjährigen Tour de France teilnehmen. Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla erklärt, warum diese Verletzung besonders schmerzhaft ist.

Das Steißbein folgt dem Kreuzbein und ist damit das untere Ende der Wirbelsäule. Das Steißbein besteht normalerweise aus fünf Wirbeln, die im Laufe der Evolution zu einem Knochen zusammengewachsen sind und auch ein Ansatz für Muskeln und Bänder im Beckenbereich ist.

Bei einem Sturz auf das Gesäß kann es zu einer Prellung des Steißbeins oder zu einem Knochenbruch kommen. Beide Verletzungen können sehr schmerzhaft sein. Bei der Untersuchung ist eine Prellmarke erkennbar. Weiterhin ist ein starker Druckschmerz über dem Knochen und sogar ein Bluterguss (Hämatom) vorhanden. Häufig ist ein normales Sitzen nicht mehr möglich. Oft kann man nur mit einer Schonhaltung auf eine Gesäßseite sitzen.

Ein Knochenbruch (Fraktur) wird durch eine Röntgenaufnahme dargestellt.

Bei der Behandlung werden dem Patienten entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente gegeben. Kühlung ist auch hilfreich. Oft hilft es auch, den Stuhlgang durch Medikamente weich zu halten. In sehr seltenen Fällen ist eine operative Entfernung eines Knochenstückes notwendig.

Andy Schleck will schon bei den Olympischen Spielen in London wieder auf dem Rad sitzen. Normalerweise ist bis zur kompletten Heilung wie bei allen Knochenbrüchen aber viel Geduld notwendig.

_ Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 48, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Der Artikel erschien erstmals am 02. Juli 2012.)



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