Was ist ein Schlüsselbeinbruch?

Bei der MotoGP in Laguna Seca fuhren der aktuelle Weltmeister Jorge Lorenzo und der derzeitige Zweite der WM-Wertung Dani Pedrosa mit gebrochenen Schlüsselbeinen. Dr. Thorsten Dolla erklärt in seiner aktuellen Kolumne, wie das geht.

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Thorsten Dolla, Foto: promo

In Laguna Seca schaffte es mit Stefan Bradl erstmals seit 24 Jahren wieder ein Deutscher auf das Podest bei der MotoGP. Dabei ließ der 24-Jährige auch den aktuellen Weltmeister Jorge Lorenzo und den derzeitigen WM-Zweiten Dani Pedrosa hinter sich. Während Jorge Lorenzo nur acht Tage nach seiner Operation am Schlüsselbein wieder an den Start ging Sechster wurde, fuhr Pedrosa gar mit angebrochenem Schlüsselbein auf Platz fünf. Der Schlüsselbeinbruch (Clavikulafraktur) entsteht bei direkter Krafteinwirkung auf den Knochen häufig nach einem Sturz auf die Schulter. Das Schlüsselbein, ca. zwölf Zentimeter lang, ist S-förmig und zieht vom Brustbein nach außen um dort mit der Schulterhöhe vom Schulterblatt (Acromion) das Schultereckgelenk zu bilden. Am häufigsten bricht das Schlüsselbein im mittleren Drittel des Knochen. Neben auftretenden Schmerzen kommt es zur Schwellung und zum Druckschmerz über der Bruchstelle. Eine Stufe ist zu tasten, wenn der Bruch verschoben (disloziert) ist. Da die Bewegung des Armes auf der verletzten Seite schmerzhaft ist, hält der Verletzte den gebeugtem Oberarm in Schonhaltung vor dem Körper, um diese Schmerzen zu reduzieren. Kommt es zur Durchspießung von Knochenfragmenten oder zur Verletzung von Nerven oder Gefäßen, ist eine operative Versorgung notwendig. Die Diagnose wird durch eine Röntgenaufnahme gesichert. Die Heilungsprozess hat eine sehr gute Prognose.

In Studien wird beschrieben, dass 90 Prozent der Brüche unter konservativer Therapie folgenlos ausheilen. Im Leistungssport kommt es häufig zu einer operativen Versorgung des Knochenbruchs. Dabei wird der Knochenbruch mit Platte und Schrauben oder einem Nagel stabilisiert. Dadurch kann der Sportler seinen Arm früher wieder bewegen. Eine komplette Belastung ist jedoch wie bei der konservativen Behandlung erst nach ungefähr vier bis sechs Wochen möglich. Auch ein kleiner Riss (Fissur) im Schlüsselbein ist eine Fraktur. Natürlich sind dann Schmerzen und Bewegungseinschränkung weniger ausgeprägt als bei einem kompletten Schlüsselbeinbruch. Eine frühzeitige Aufnahme der sportlichen Aktivität ist hier möglich. _Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 50, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Artikel erschien erstmals am 22. Juli 2013)



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