Was ist ein Meniskuseinriss?

Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla über die Gründe und Behandlung eines Meniskuseinrisses.

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Dr. Thorsten Dolla. Foto: Promo

Unions neuer Torwart Daniel Haas hat in der Saisonvorbereitung einen Einriss des Innenmeniskus erlitten. Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla erklärt, wie es zu einer solchen Verletzung kommt und wie sie behandelt wird.

Der Meniskus ist ein halbmondförmiger Knorpel, der im Kniegelenk zwischen den Gelenkflächen von Oberschenkel und Unterschenkel liegt. Durch seine Pufferfunktion soll er das Kniegelenk schützen. Man unterscheidet Innenmeniskus und Außenmeniskus. Verletzungen der Menisken kommen nicht nur bei Fußballern vor. Auch bei Sportarten mit vermehrten Rotationsbewegungen im Kniegelenk (z. B. Basketball, Handball oder Tennis), aber auch bei Berufstätigen, die ihre Kniegelenke stark belasten, kann ein Meniskuseinriss auftreten.

Auch der Meniskus wird sich mit zunehmendem Alter, wie auch der Knorpel, degenerativ verändern. Durch Drehbewegungen bei Belastung des Kniegelenkes kann es zu einem Einriss des Meniskus kommen.

Bei einer Untersuchung zeigt sich ein Druckschmerz über dem inneren Gelenkspalt. Häufig ist bei der Funktionsprüfung eine Beugeeinschränkung vorhanden. Die Durchführung einer Rotation im Knie kann einen Schmerz provozieren. Eine "Kernspintomografie (MRT)(Link zum Krankheitsbild)":http://www.gesundheitsberater-berlin.de/kliniken_geratechecks/magnetresonanztomograf/ bestätigt den Einriss normalerweise.

Die Therapie ist auch von der Art des Einrisses (Quer, Längs- bzw. Korbhenkeleinriss) abhängig. Bei Leistungssportlern mit anhaltenden Kniebeschwerden bei Belastung wird eher eine Arthroskopie durchgeführt. Dabei wird der verletzte Anteil des Meniskus entfernt. Eine anschließende sofortige Reha sorgt für eine möglichst schnelle Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.

Die Dauer der Rehabilitation ist aber auch abhängig von Umfang und Art des Einrisses sowie vom Zustand des Knorpels. Hoffen wir, dass Unions Torwart Daniel Haas bald wieder fit ist. Zum Saisonstart in drei Wochen wird er es aber wohl kaum wieder in die Mannschaft schaffen.

_Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 48, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Der Artikel erschien erstmals am 15. Juli 2012.)



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