Verschleierung von Doping: Was sind Diuretika?

Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla über die Wirkung von Diurektika.

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Dr. Thorsten Dolla. Foto: Promo

Der luxemburgische Radprofi Fränk Schleck soll ein Medikament zur Verschleierung von Doping eingenommen haben. Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla erklärt, was Diurektika bewirken und warum sie gefährlich sind.

Als Diuretikum wird ein Medikament bezeichnet, dass durch die Niere zur vermehrten Ausschwemmung von Wasser führt. Diese Form des Arzneimittels wird auch als Wassertablette bezeichnet. Bekannt sind aber auch pflanzliche Diuretika wie Brennnessel und Löwenzahn, die als harntreibenden Tee eingenommen werden können.

Diuretika sind Medikamente, die besonders bei Patienten bekannt sind, die einen Bluthochdruck oder eine Herzschwäche haben. Im Sport können sie zur Verschleierung von Dopingsubstanzen verwendet werden, weil es durch die Wirkung der Substanz zu einer vermehrten Wasserausscheidung durch die Niere und damit zu einer Verdünnung von verbotenen Substanzen im Urin kommt.

Eine leistungsstärkende Wirkung des Diuretikums liegt nicht vor.

In Sportarten mit unterschiedlichen Gewichtsklassen (wie Boxen, Judo) kann nach Einnahme der Tablette das Gewicht schnell bis zu zwei Kilogramm reduziert werden. Durch den Wasserverlust kann es jedoch zu Muskelkrämpfen und zu Störungen des Wasser und Elektrolyt-Haushaltes mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen. Bei der Dopingkontrolle wird in der Flasche der A-Probe und der B-Probe unter Anwesenheit des Athleten derselbe Urin abgefüllt. Anschließend werden die Flaschen verschlossen. Bei der Analyse des Urins wird die A-Probe in Abwesenheit des Athleten im Labor analysiert. Ist der Befund positiv, hat der Sportler das Recht, die Analyse der B-Probe zu beantragen. Dabei wird, diesmal in Anwesenheit des Sportlers, die B-Probe nach erneuter Überprüfung aller Daten analysiert.

Die Einnahme von Dopingmittel ist nicht nur unsportlich, sondern schädigt auch die Gesundheit.

_Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 48, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Der Artikel erschien erstmals am 22. Juli 2012.)



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