Schulterverletzungen beim Sport

Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Schulterverletzungen im Sport.

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Dr. Thorsten Dolla. Foto: Promo

Der Fürther Stürmer Djiby Fall zog sich am Freitag beim Sieg seiner Mannschaft in Mainz eine schwere Schulterverletzung zu. Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla erklärt mögliche Ursachen und die Behandlungsmöglichkeiten.

Aufsteiger Greuther Fürth musste seinen ersten Bundesligasieg teuer bezahlen. Stürmer Djiby Fall wird mehrere Wochen ausfallen. Der 27 Jahre alte Profi fiel beim Spiel in Mainz auf seine rechte Schulter und musste später anschließend ausgewechselt werden. Er soll sich noch in dieser Woche einer Operation unterziehen. Wie schwerwiegend sind derartige Verletzungen in der Schulter?

Bei einem Sturz auf die Schulter oder auf dem ausgestreckten Arm kann es zu unterschiedlichen Verletzungen kommen. Meist kommt es zu einer Verletzung des Bandapparates in Folge einer ausgekugelten Schulter (Schulterluxation) oder einer Verletzung des Schultereckgelenks.

Das Schultereckgelenk besteht aus dem Ende des Schlüsselbeins und dem oberen Ende des Schulterblattes. Es ist ein echtes Gelenk mit einem Gelenkspalt und einer Gelenkkapsel. Bei einer Schultereckgelenksprengung kommt es zum plötzlich einsetzenden Schmerz in der Schulter. Die Untersuchung zeigt einen Druckschmerz mit Schwellung über dem verletzten Gelenk. Bei der Funktionsprüfung der Schulter ist das Abspreizen des Armes (Abduktion) und das Heranführen der verletzten Schulter an die nicht verletzte Schulter (horizontale Adduktion) schmerzhaft.

Eine Röntgenuntersuchung kann nicht nur eine knöcherne Verletzung ausschließen. Werden dem Verletzten bei der Röntgenuntersuchung gleichzeitig Gewichte (ca. fünf Kilogramm) in beide Hände gegeben, kann eine komplette Schultereckgelenksprengung durch eine Vergrößerung des Gelenkspaltes sichtbar werden.

Das Verletzungsausmaß der Schultereckgelenksprengung wird nach Tossy in drei Grade unterteilt. Bei einer kompletten Gelenksprengung wird häufig eine Operation durchgeführt. Inkomplette Schultereckgelenksprengungen können auch konservativ behandelt werden. Dabei steht in den ersten Tagen eine Ruhigstellung durch einen Verband (Gilchrist) und entzündungshemmende Medikamente sowie weiterhin Physiotherapie im Vordergrund.

_Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 48, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Der Artikel erschien erstmals am 3. September 2012.)



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