Prellung des Fibulaköpfchens

Der Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla über die Prellung des Fibulaköpfchens.

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Dr. Thorsten Dolla. Foto: Promo

Der Skirennfahrer Tobias Stechert hatte bei seinem Unfall auf der Abfahrtspiste in Beaver Creek in den amerikanischen Rocky Mountains Glück im Unglück, denn es wurde kein Kreuzbandriss diagnostiziert. Der 27-Jährige erlitt aber einen Außenbandanriss, eine leichte Knorpelverletzung sowie eine Prellung des Fibulaköpfchens im linken Knie.

Bei dem Sturz von Tobias Stechert ist es zu einer Prellung (Kontusion) des Fibulaköpfchen (Wadenbeinköpfchen) und zu einer Verletzung des Außenbandes am Kniegelenk gekommen. Das Außenband verläuft an der Außenseite des Kniegelenks vom Oberschenkelknochen bis zum Wadenbein. Bei gestrecktem Knie dient es mit dem Innenband der Stabilisierung des Kniegelenkes. Bei Beugung des Kniegelenkes wird durch das Innen- und Außenband die Außenrotation begrenzt. Häufig reißt das Außenband bei Unfällen mit Rotationsbewegungen im Kniegelenk, wie sie häufig im Skisport, aber auch beim Fußball vorkommen. Es kommt zum plötzlich einsetzenden, stechenden Schmerz im Kniegelenk.

Bei der Untersuchung zeigt sich ein Druckschmerz über dem Außenband, teilweise auch mit Instabilitätsgefühl im Kniegelenk. Bei der Funktionsprüfung kommt es zu einer Bewegungseinschränkung. Eine Kernspintomographie kann das genaue Ausmaß der Verletzung zeigen.

Das Fibulaköpfchen ist das obere, leicht verdickte Ende der Fibula (Wadenbeinknochen). Dieser Anteil ist mit dem Schienbein (Tibia) über eine kleine Gelenkfläche verbunden. Zusammen mit dem Schienbein ist das Wadenbein (Fibula) ein Knochen des Unterschenkels. Auch eine Knochenprellung kann über mehrere Wochen schmerzhaft sein.

Im gegebenen Fall ist wohl eine Operation empfehlenswert. Das hängt oft von eventuellen Vorschäden des Kniegelenks und des Bandapparates ab. Mit Physiotherapie und Muskelaufbautraining wird die gute Form des Sportlers sicherlich zu Beginn des nächsten Jahres wiederhergestellt sein.
_Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 48, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Der Artikel erschien erstmals am 2. Dezember 2012.)



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