Neurodermitis: Schorf am Kopf

Die Haut ist trocken und der Juckreiz oft nur schwer auszuhalten: Die Ursache von Neurodermitis ist komplex. Genetische und immunologische Faktoren spielen eine große Rolle.

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Dr. Ulrich Fegeler Foto: promo

Das Krankheitsbild Neurodermitis wird im Wesentlichen durch die Störung der Hautbarriere und entzündliche Aktivitäten bestimmt. Normalerweise regulieren bestimmte Zellschichten in der sogenannten Epidermis den Feuchtigkeitsgehalt der Haut, gleichzeitig verhindert eine intakte Haut das Eindringen von Erregern. Eine beschädigte Epidermis kann 'Eindringlinge' nicht abwehren und vor allem nicht verhindern, dass die Haut sehr viel Wasser verliert. Das Resultat sind die typischen trockenen Hautareale, mit gröberen Hautschuppen belegt, aber auch gerötet, gelegentlich nässend und immer juckend.

Einfache Ekzeme können die gleichen Hautveränderungen aufweisen, jucken aber in der Regel nicht. Die Erkrankung tritt meist nicht allein auf, sondern häufig in Kombination mit Asthma Bronchiale. Meist bestehen zusätzlich auch Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel oder Pollen.

Im ersten und zweiten Lebensjahr zeigt sich die Neurodermitis oft in Form von schorfigen Stellen auf dem Kopf. Besonders unangenehm sind die stark juckenden Ekzemareale an Jochbein und den Schläfen. Kinder kratzen sie leicht blutig auf. Bei älteren Kindern wechseln die betroffenen Hautareale: jetzt sind es vor allem die Knie- und Ellenbeugen, aber auch der Hals- und Handgelenkbereich.

Gegen die Austrocknung helfen Fettsalben, Linderung verschaffen auch Salz oder Öl. Auch sogenannte Antihistaminika können helfen. Wirksam sind aber vor allem Cortisonsalben. Die Verwendung von Cortison darf allerdings nicht dauerhaft und nicht zu oft erfolgen: es macht die Haut dünner. Deshalb wird heute auch immer häufiger ein Wirkstoff eingesetzt, der aus der Transplantationsforschung stammt: Tacrolimus beziehungsweise Pipecrolimus. Grundsätzlich sollte jede dieser Behandlungen eng mit dem Kinder- und Jugendarzt abgesprochen werden.

Bei den meisten Betroffenen verschwindet die Krankheit glücklicherweise bis zur Pubertät, der größte Teil davon schon bis zum Grundschulalter.



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