Neue Impulse für 2013

Dr. Hartmut Wewetzer über die medizinischen Neuerungen des Jahres 2013.

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Dr. Hartmut Wewetzer. Foto: Kai-Uwe Heinrich

Hartmut Wewetzer fahndet nach guten Nachrichten in der Medizin. Diesmal: Neue Impulse für 2013.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, werfen wir also einen Blick aufs kommende. Experten der angesehenen amerikanischen Cleveland-Klinik haben genau das getan und die wichtigsten medizinischen Neuerungen benannt, die 2013 von Bedeutung sein werden. Einige möchte ich Ihnen kurz vorstellen.

An erster Stelle rangiert für die US-Fachleute die operative Behandlung starker "Fettsucht(Link zum Krankheitsbild)":http://www.gesundheitsberater-berlin.de/kliniken_diagnosen-therapien/adipositas/. Dabei wird zum Beispiel der Magen verkleinert oder eine "Umgehungsstraße" aus Dünndarm gebildet, über die die Nahrung am Magen vorbeigeleitet wird. Die Patienten verlieren rasch drastisch an Gewicht. Fast ebenso wichtig ist ein zweiter Effekt des Eingriffs.

Viele Dicke leiden unter Typ-2-Diabetes ("Alterszucker"). Den sind sie oft los, noch bevor sie das Krankenhaus verlassen. Diabetikern mit Gewichtsproblemen kann die Operation also doppelt nützen.

Als geradezu mörderisch gelten Cluster-Kopfschmerzen. Manchen Patienten sollen die einseitig im Bereich von Schläfe und Auge auftretenden Schmerzattacken buchstäblich in den Suizid getrieben haben. Neuromodulation nennt sich ein noch ziemlich neues Verfahren, bei dem elektrische Ströme den Schmerz unterdrücken sollen. Dazu wird ein nur mandelgroßes Neuromodulator-Gerät im Bereich des Oberkiefers verankert. Von hier läuft ein dünnes Stromkabel zu einem hinter der Nase gelegenen Nervenknoten namens SPG. Naht eine Schmerzattacke, wird der Neuromodulator durch den Patienten mit einer Fernbedienung aktiviert. Zwei von drei Patienten hilft das Gerät.

Irgendwann ist bei vielen Patienten mit "Prostatakrebs(Link zum Krankheitsbild)":http://www.gesundheitsberater-berlin.de/kliniken_diagnosen-therapien/prostatakrebs/ der Zeitpunkt gekommen, an dem die herkömmlichen Medikamente versagen. Die Dämme gegen den Tumor brechen. Dann wird es schwierig. Allerdings waren die Dammbauer nicht untätig. In den letzten zwei Jahren sind etliche neue Medikamente auf den Markt gekommen. Ein Impfstoff, Mittel zur Hormonblockade, eines zur Chemotherapie und ein radioaktives Isotop zur Strahlenbehandlung. Weitere Wirkstoffe sind in der Entwicklung. Die Fachleute der Cleveland-Klinik hoffen, dass eines Tages nicht nur das Überleben immer weiter verlängert wird, sondern der Prostatakrebs ganz an die Leine gelegt wird.

Der millionste Teil einer Milliardstelsekunde. So kurz sind die Lichtimpulse, mit denen der Femtosekunden-Laser arbeitet. Die intensiven, schonenden und präzisen Laserlicht-Instrumente haben sich schon anderweitig in der Augenheilkunde bewährt, nämlich beim Behandeln der Kurzsichtigkeit. Jetzt halten sie auch Einzug in der "Katarakt-Chirurgie(Link zum Operationsverfahren)":http://www.gesundheitsberater-berlin.de/kliniken_diagnosen-therapien/kataraktoperationen-grauer-star/.

Das Entfernen und Austauschen einer getrübten Augenlinse (Katarakt, Grauer Star) erfolgte bislang mithilfe von Skalpell und Ultraschall und ist eine der häufigsten Operationen überhaupt. Der Femtosekunden-Laser könnte weitgehend an deren Stelle treten. Er ist extrem exakt, ruft weniger entzündliche Reaktionen im Gewebe hervor und macht mitunter sogar den Ultraschall ganz überflüssig. Der wurde bisher benötigt, um die getrübte Linse vor ihrer Entfernung zu verflüssigen. Nun ersetzt Licht den Schall.

_Unser Kolumnist leitet das Wissenschaftsressort des Tagesspiegel. Haben Sie eine Frage zu seiner guten Nachricht? Bitte an: sonntag@tagesspiegel.de_ (Der Artikel erschien erstmals am 28. Dezember 2012.)



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