Dr. Fegelers Sorgenkinder: Schilddrüsenerkrankungen - Hashimoto oder Jodmangel

Wenn Kinder kurz vor dem Teenageralter plötzlich müde, lustlos und unkonzentriert sind, muss das nicht unbedingt damit zu tun haben, dass die Pubertät vor der Tür steht. Ein Grund könnte auch eine Autoimmunentzündung der Schilddrüse sein, eine sogenannte Thyeroiditis. Die bekannteste Ausprägung ist die sogenannte Hashimoto-Hypothyreose.

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, das unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre liegt. Sie bildet die lebenswichtigen Schilddrüsenhormone, die sämtliche Stoffwechselvorgänge regulieren und den Energieumsatz des Körpers steuern. Wird der Organismus nicht ausreichend mit Schilddrüsenhormonen versorgt, wirkt sich das unter anderem auf das Herz, den Kreislauf, das Nervensystem und die Gehirnentwicklung aus. Hinzu kommt meist eine deutliche Gewichtszunahme. Wer sich beim Kinder- und Jugendarzt vorstellt und diese Symptome schildert, wird unter anderem auch auf dieses Krankheitsbild getestet. Durch eine Blutuntersuchung lässt es sich gut erkennen. Verantwortlich für diese Krankheit ist meist eine entzündliche Zerstörung des Schilddrüsengewebes. Zu dieser kommt es, weil der Körper sogenannte Auto-Antikörper gegen das eigene Gewebe bildet. Der Körper antwortet auf die dadurch bedingte geringere Produktion von Schilddrüsenhormon mit einer Aktivierung des Schilddrüsenwachstums. Neben einer Unterfunktion besteht in diesem Falle also meist auch eine vergrößerte Schilddrüse (Struma). Der Kinder- und Jugendarzt verordnet die Gabe von Schilddrüsenhormon. Wenn das Medikament gut eingestellt ist, lässt sich die Hypothyreose und auch die Schilddrüsenvergrößerung gut in den Griff bekommen. Entdeckt wird sie oft während der Jugendvorsorgeuntersuchung zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr.

Eine Schilddrüsenvergrößerung kann auch eintreten, wenn man zu wenig Jod zu sich nimmt. So haben Kinder, die schnell wachsen, einen höheren Bedarf an Jod. Wichtige natürliche Jodquellen sind Jodspeisesalz im Haushalt, Milch und Milchprodukte, Fisch und Gemüsesorten wie Spinat und Brokkoli, unter Umständen auch bestimmte Mineralwasser. Eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion bleibt dank des Neugeborenenscreenings so gut wie nie unerkannt. Sie muss lebenslang behandelt werden.



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