Freier Gelenkkörper bei Fußballspielern

Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla über die Un­an­nehm­lich­keit eines freien Gelenkkörper für einen Fußballspieler.

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Dr. Thorsten Dolla. Foto: Promo

Bayern-Stürmer Mario Gomez fällt mit einer ungewöhnlichen Sprunggelenksverletzung mehrere Wochen aus. Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla erklärt, was einen freien Gelenkkörper für einen Fußballer so unangenehm macht.

Ein freier Gelenkkörper, häufig aus Knochen oder einem Knorpel bestehend, kann durch eine Verletzung des oberen Sprunggelenkes entstehen. Bei einer Einklemmung des freien Körpers im Sprunggelenk kann es zu Gelenkblockierungen mit einem plötzlich einsetzenden stechenden Schmerz kommen. Bei der Untersuchung des Sprunggelenkes kann eine Bewegungseinschränkung und ein Erguss vorliegen. Manchmal ist der freie Gelenkkörper auch von außen zu ertasten. Ein Röntgenbild und eine "Kernspintomographie (MRT)(Link zum Diagnostikverfahren)":http://www.gesundheitsberater-berlin.de/kliniken_geratechecks/magnetresonanztomograf/ können die Diagnose bestätigen.

Liegt der freie Gelenkkörper im Gelenk, muss er operativ entfernt werden. Dies wird durch eine Arthroskopie durchgeführt.

In einzelnen Fällen kann der Gelenkkörper abhängig von der Größe und der Lokalisation des Defektes refixiert werden. Wird während der Arthroskopie in der belasteten Zone des oberen Sprunggelenkes ein Knorpeldefekt festgestellt, der durch den freien Gelenkkörper entstanden ist, kann durch eine Knorpelglättung, Knochenbohrung oder durch eine Knorpeltransplantation eine Verbesserung erreicht werden. Für die Nachbehandlung muss man jedoch Geduld wahren.

Im Falle von Mario Gomez rechneten die Verantwortlichen zunächst mit einer Pause von ca. sechs Wochen. Der Nationalstürmer zeigte sich nach der Operation in der vergangenen Woche aber optimistisch und hofft auf eine schnellere Genesung.

_Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 48, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Der Artikel erschien erstmals am 13. August 2012.)



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