Der Magen-Darm-Infekt

Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla über die Gründe, warum bei einem Magen-Darm-Infekt körperliche Belastungen unmöglich sind.

Thorsten_Dolla_promo.JPG
Dr. Thorsten Dolla. Foto: Promo

Er macht auch vor Leistungssportlern nicht Halt: Der Magen-Darm-Infekt. Diesmal erwischte es Herthas Peer Kluge, der in Aue passen musste. Warum ist bei einer solchen Erkrankung eine körperliche Belastung unmöglich?

Übelkeit, Durchfall und Erbrechen können Symptome einer Magen-Darm-Entzündung sein. Häufig wird diese Entzündung auch Magen-Darm-Grippe genannt. Man kann sich abgeschlagen und erschöpft fühlen, mit einer normalen Grippe (Influenza) hat das nichts zu tun. Die Entzündung kann durch Viren, aber auch durch Bakterien hervorgerufen werden. Es kommt zu einer Schleimhautschädigung im Magen-Darm-Trakt, weshalb die Nahrung nicht mehr vollständig verdaut werden kann. Die unverdaute Nahrung bindet Wasser und macht den Stuhlgang flüssig.

Durch vermehrte Darmbewegungen kommt es zu Bauchschmerzen. Ein vermehrter Flüssigkeits- und auch Elektrolytverlust muss ausgeglichen werden.

Dies kann durch Elektrolytgetränken, speziellen Salztabletten, aber auch durch Infusionen erfolgen. Auch durch die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems ist eine sportliche Betätigung, auch bei Leistungssportlern, in der akuten Phase der Krankheit nicht möglich.

Hygienische Maßnahmen, wie richtiges Händewaschen, sind auch bei der Zubereitung der Nahrung zur Prophylaxe der Gastroenteritis wichtig. Während noch vor Jahren ein Stopp der Nahrungsaufnahme angeregt wurde, wird heute ein langsamer Nahrungsaufbau mit leicht verdaulichen Kohlenhydraten zur Erholung der Darmschleimhaut empfohlen. Dabei werden besonders Zwieback und Salzstangen gegessen.

Untersuchungen haben auch gezeigt, dass die Gabe von Probiotika die Durchfalldauer verkürzen können. Ein Probiotikum enthält Mikroorganismen, die einen gesundheitsfördernden Einfluss auf den Darm haben können.

_Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 48, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen._ (Der Artikel erschien erstmals am 26. November 2012.)



Artikelsuche ?

Routenplaner

Planen Sie Schritt für Schritt, wer Sie medizinisch auf Ihrem Behandlungspfad versorgen soll - von der Vorsorge über die ambulante Behandlung bis hin zur stationären Versorgung und anschließender Rehabilitation. Lassen Sie sich dafür die in der Datenbank enthaltenen Einrichtungen in der Region Berlin-Brandenburg anzeigen, die diese Erkrankung behandeln.

Tagesspiegel GESUND

Tagesspiegel Gesund 08 Tagesspiegel Gesund 09 Tagesspiegel Gesund 10

Fachkompetentes Praxiswissen informativ aufbereitet
Informationen zu Behandlungsmethoden und Gesundheitstrends aus Berlin und Umgebung
Von der Gesundheitsberater-Berlin-Redaktion

Aktuell am Kiosk oder direkt im
Tagesspiegel-Shop

Wir liefern Qualität

Erfahren Sie mehr darüber, wie unsere Texte entstehen, wie die Daten geprüft werden und wie sich das Portal finanziert.
Jetzt informieren.

Sie sind uns wichtig und wir freuen uns über Ihre Meinung zu unserem Portal. Welche Themen andere Leser interessierten lesen sie unter Leser fragen - die Redaktion antwortet