Video-Übertragung aus dem Katheterlabor

Nach dem großen Interesse an der Liveübertragung vom 3. November 2012 aus dem Herzkatheterlabor des Immanuel Klinikum Bernau können nun alle Interessierten, die nicht mit in den virtuellen OP kommen konnten, auf gesundheitsberater-berlin.de die Videoaufzeichnungen noch einmal in aller Ruhe anschauen.

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Operation zum Einpflanzen eines Herzunterstützungssystems. Der Brustkorb des Patienten ist geöffnet. Foto: Immanuel Diakonie Group

Die Videos zeigen den Kathetereingriff am Herzen, bei dem ein sogenannter Mitra-Clip implantiert wird. Die etwa 40 Minuten dauernde Übertragung wurde in vier einzelne Videossequenzen aufgeteilt, die Sie sich unten anschauen können. Die Operation wird – in einer laienverständlichen Sprache – moderiert von Christian Butter, Chefarzt der Abteilung Kardiologie des Bernauer Krankenhauses im Katheterlabor und von Johannes Albes, Chefarzt der Abteilung Herzchirurgie des Herzzentrums Brandenburg

Im ersten Teil des Kathetereingriffes erläutet Chefarzt Butter die Katheterapparatur und die Krankheitsgeschichte der Patientin, die unter einer Herzmuskelschwäche leidet. Der Betroffenen wurden bereits ein Herzschrittmacher und eine Herzklappenprothese eingesetzt. Nun ist eine weitere Herzklappe - die Mitralklappe - undicht geworden. Die beiden Bindegewebssegel des Muskels, die dafür sorgen dass das hindurchfließende Blut nur in eine Richtgung strömen, schließen nicht mehr vollständig. Christian Butter wird über einen Katheter mit einem büroklammergroßen Clip das Leck verkleinern.
Im zweiten Teil des Mitraclip-Eingriffs wird die Herzklappe mittels einer dreidimensionalen Ultraschalluntersuchung dargestellt. Chefarzt Butter erläutert, wie der Mitraclip durch die Herzklappe hindurchgeschoben, platziert und millimetergenau ausgerichtet wird.
Im dritten Teil kontrolliert Christian Butter ob der Mitraclip richtig positioniert wurde. Bei einem ersten Griffversuch sollen die beiden Klappensegel vom Clip erfasst werden. Schließt dabei der Clip, sollte die Herzklappenundichtigkeit beseitigt werden.
Im vierten und letzten Teil des Eingriffes prüft Chefarzt Butter nochmals die korrigierte Positionierung des Mitraclips mit Hilfe des Ultraschalls kontrolliert. Danach schließt er den Clip endgültig und trennt ihn vom Kathetersystem. Der Katheter wird entfernt und die Einstichstelle mit einer kleinen Naht verschlossen.
Und wie geht es eigentlich einem Arzt, dem tausende Menschen bei der Operation quasi über die Schulter schauen? "Wenn man viel Erfahrung mit dem Eingriff hat und sich deshalb ausreichend sicher fühlt, kann man auch in so einer Ausnahmesituation die nötige Ruhe und Konzentration bewahren", sagt Christian Butter, Chefarzt der Kardiologie des Bernauer Krankenhauses . Er und sein Team reparierten am 3. November live mit einem Herzkatheter eine undichte Herzklappe. Ungewöhnlich sei die Situation aber auch für erfahrene Ärzte, sagt Butter. Man könne sich nicht ganz so ungezwungen mit seinen Kollegen im Raum austauschen. Wenn solche Gespräche übertragen würden, komme schnell in der Öffentlichkeit der Eindruck von Unsicherheit auf, obwohl es sich doch nur um einen üblichen Austausch über den optimalen nächsten Arbeitsschritt handele. Und sicher gebe es auch Grenzen für Livebilder. "Wenn eine Situation lebensbedrohlich für den Patienten wird, müssen die Kameras raus, einfach deshalb, damit sich das Team voll konzentrieren kann, das Richtige zu tun."



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