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Selbstzahlerleistungen beim Arzt sind umstritten

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Das Auge. Grafik: SPL/focus - Tsp. / Bartel

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Die Bundesregierung zeigt sich beunruhigt über die starke Zunahme von Selbstzahlerleistungen in Arztpraxen. Bei der Information von Patienten gebe es “Nachbesserungsbedarf”, sagte Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am 7. November 2012.

Gleichzeitig wandte sich die Ministerin aber gegen Forderungen, die sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (Igel) einzuschränken. Bezahlen müssten die Patienten solche Leistungen nur, wenn sie ihnen nicht aufgedrängt worden seien, betonte der Patientenbeauftragte der Regierung, Wolfgang Zöller (CSU). Der Anteil der Patienten, denen Selbstzahlerleistungen angeboten wurden, stieg nach Angaben des Forschungsinstituts Iges seit 2006 von 16 auf 24 Prozent. Pro Jahr geben gesetzlich Versicherte dafür 1,5 Milliarden Euro aus.

Die Forscher des Iges-Institutes gingen auch der Frage nach, wo sich Versicherte über IGeL informieren können und wie verlässlich diese Informationen sind. Ergebnis: Der IGeL-Monitor schnitt am besten ab.

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat neue Informationsmaterialien für Patienten im Umgang mit den Individuellen Gesundheitsleistungen veröffentlicht. Ziel sei, ausgewogen über Selbstzahlerleistungen zu informieren, auch wenn Kritiker monieren, dass es ja gerade die Kassenärzte sind, die von den Igel-Leistungen profitieren. “Solange Krankenkassen nicht alles bezahlen, was im Einzelfall medizinisch sinnvoll ist und es darüber hinaus Leistungen wie Reisemedizin gibt, die die Kassen noch nie bezahlt haben, kann man Individuellen Gesundheitsleistungen nicht per se die Existenzberechtigung absprechen”, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Ulrich Montgomery.

Der Igel-Ratgeber steht jetzt zum kostenlosen Download im Internet bereit.

Auch die Fachgesellschaft der Augenheilkunde (DOG) sorgt sich, dass die Igel-Leistungen zu sehr verurteilt würden. Besonders umstritten ist zum Beispiel die Igel-Leistung Glaukom -Vorsorge. Diese Untersuchung sei sinnvoll und notwendig. “Jedes Jahr erblinden Menschen auch in Deutschland wegen eines unerkannten Glaukoms. Nur eine rechtzeitige Diagnose dieser zunächst vom Patienten unbemerkten Erkrankung kann das Fortschreiten der Krankheit aufhalten.” Deshalb empfehle die DOG ab dem 40. Lebensjahr alle drei Jahre und ab dem 65. Lebensjahr alle zwei bis drei Jahre eine Untersuchung des Sehnerven und des Augeninnendrucks. Weil die Gesetzliche Krankenversicherung diese Untersuchungen derzeit nicht bezahle, müssten Augenärzte sie als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) anbieten. Der IGel-Monitor dagegen bewertet die Augeninnendruckmessung zur Glaukom-Vorsorge dagegen “tendenziell negativ”.

Ingo Bach

Artikel zuletzt aktualisiert am: 30.09.2014

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